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Bingen, Koblenz, Havelland – drei Gartenschauen am Wasser

Seit 2008 war das Obere Mittelrheintal zweimal Austragungsort einer Gartenschau. Jedes Mal wurden die Erwartungen übertroffen. Auch die erste länder­übergreifende Gartenschau an der Havel zog mehr als eine Million Gäste an. Das stimmt zuversichtlich für das Jahr 2029.

Landesgartenschau Bingen 2008

Die Landesgartenschau Bingen fand von April bis Oktober 2008 entlang des Rheinufers statt. Die Gesamtkosten für das 32 Hektar große Gelände und diverse in das Konzept integrierte Stadtentwicklungsprojekte beliefen sich auf rund 40 Mio. Euro, davon 32 Mio. Euro für Investitionen. Die Gartenschau lockte mit 1,3 Millionen Besuchern doppelt so viele Gäste wie erwartet an. Mit dem Hafenpark, dem Rheintal-Kongresszentrum und dem Historischen Museum sowie Wiesen, Sportfeldern, Geräteparcours, Skaterbahn und Abenteuerspielplatz ist das kostenfrei zugängliche Areal heute als Kulturufer Bingen der beliebteste Treffpunkt in der Stadt.

Rund 3,6 Mio. Menschen besuchten 2011 die Koblenzer Bundesgartenschau. (Foto: Piel media)
Rund 3,6 Mio. Menschen besuchten 2011 die Koblenzer Bundesgartenschau. (Foto: Piel media)

Bundesgartenschau 2011 in Koblenz

Besucher in der Festung Ehrenbreitstein. (Foto: Piel media)
Besucher in der Festung Ehrenbreitstein. (Foto: Piel media)
Die Rheinstufen in Koblenz wurden zur Gartenschau neu geschaffen. (Foto: RMP)

Für Koblenz und die Koblenzer war die BUGA 2011 ein echtes Sommermärchen. Zwei Millionen Besuche wurden erwartet – am Ende waren es rund 3,6 Millionen Besuche. Ein Rekordwert, ebenso wie die Tatsache, dass bisher keine BUGA auch nur annähernd so viele Übernachtungen generieren konnte. Der Erfolg dieser Gartenschau war unter anderem darauf zurückzuführen, dass deren Bühne im Herzen der Stadt lag. Zudem inszenierte sie mit dem Deutschen Eck, dem Rhein, dem Kurfürstlichen Schloss und der Festung Ehrenbreitstein für Koblenz identitätsstiftende Orte.

Ein wichtiger Erfolgsbaustein war die Generalsanierung der Festung. Diese Maßnahme zeigt, wie eine Gartenschau als Impulsgeber wirken kann. Einem Gesamtbudget der BUGA von 102 Mio. Euro standen Gesamtinvestitionen des öffentlichen und privaten Sektors von 500 Mio. Euro gegenüber: Geld, das langfristig wirkt.

Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion

BUGA Havelregion 2015: Marienberg in Brandenburg an der Havel. (Foto: DBG)
BUGA Havelregion 2015: Marienberg in Brandenburg an der Havel. (Foto: DBG)
BUGA Havelregion 2015: Bepflanzung an der sanierten Stadtmauer. (Foto: DBG)
BUGA Havelregion 2015: Bepflanzung an der sanierten Stadtmauer. (Foto: DBG)

Lernen kann man von der regionalen Bundesgartenschau 2015. Die Havelregion vereinte damals auf fast 80 Kilometern entlang der Havel fünf Städte und Gemeinden sowie die beiden Bundesländer Brandenburg und Sachsen-Anhalt zur BUGA 2015 Havelregion. Brandenburg an der Havel, Premnitz, Rathenow und das Amt Rhinow liegen in Brandenburg, die Hansestadt Havelberg in Sachsen-Anhalt, nahe der Havelmündung in die Elbe. Gemessen an den Besucherzahlen hat die BUGA 2015 Havelregion die Erwartungen nicht erfüllt. Statt 1,5 Millionen kamen etwa eine Million Gäste. Das lag an der unvollkommenen Verkehrsanbindung der Region, der nicht ausreichend entwickelten touristischen Infrastruktur und einem zu kleinen Marketingetat zur Vermarktung einer regionalen BUGA.

Das Obere Mittelrheintal

Die Bedingungen im Oberen Mittelrheintal sind sehr viel besser als an der Havel. Die Mobilität weist vor Ort eine günstigere Struktur und Vernetzung auf. Wander- und Radwanderwege sind bestens ausgebaut, die Verbindungen zwischen den Orten per Bahn und Auto sind gewachsen. Der Rhein als Transport- und Reiseweg hat eine lange Tradition. Außerdem ist das Obere Mittelrheintal weit bekannter als die Havelregion. Und nicht zuletzt sollten die Erfolge der Gartenschauen in Bingen und Koblenz sehr zuversichtlich stimmen.

BUGAJahrAnteil auswärtige GästeAnzahl ÜbernachtungenAnteil Übernachtungen
Koblenz201138 %ca. 900.00025 %
Hamburg201356 %ca. 350.00032 %
Havelregion201555 %ca. 450.00044 %
  • In unserer Serie beleuchten wir auf Basis der aktualisierten Machbarkeitsstudie (PDF) die Möglichkeiten und Auswirkungen der Bundesgartenschau 2029 im Oberen Mittelrheintal. Bisher erschienen:
  1. Einführung
  2. Die Aufgabenstellung
  3. Familie Schmidt besucht die BUGA
  4. Impulse für das Obere Mittelrheintal
  5. Bingen, Koblenz, Havelland
  6. Eine dezentrale Bundesgartenschau
  7. Besonderheiten und Potenziale
  8. Die Infrastruktur
  9. Orts- und Regionalentwicklung zwischen Koblenz und Rüdesheim
  10. Das UNESCO-Welterbe
  11. Die Beteiligung der Bürger
  12. Entwicklung der Leitlinien
  13. Auf dem Rhein
  14. Das ganze Tal bespielen
  15. Konzept für die BUGA 2029
  16. Qualifizierung und Auswahl von Schwerpunktstandorten und -projekten
  17. Mögliche Standorte im nördlichen Tal
  18. Mögliche Standorte im zentralen Tal
  19. Mögliche Standorte im südlichen Tal
  20. Das Mobilitätskonzept
  21. Das Veranstaltungskonzept
  22. Die touristische Infrastruktur
  23. Weitere Projektideen
  24. Das bleibt!
  25. Haushalt und Finanzierung
  26. Meilensteine

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