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Erweiterungen und Zerstörungen: Die bauliche Entwicklung der Burgen

Das Vor­kom­men, die Funk­ti­on und die Gestal­tung von Burg­gär­ten hän­gen unmit­tel­bar mit der sich ändern­den Nut­zung von Bur­gen zusam­men. Des­halb geht ein Kapi­tel der Burg­gär­ten­stu­die aus­führ­lich auf die­se bau­li­chen Ent­wick­lun­gen der Bur­gen im Obe­ren Mit­tel­rhein­tal ein.

Die Burg Maus bei St. Goa­r­s­hau­sen-Well­mich (Foto: Jöckel)

Vie­le bau­li­che Ent­wick­lun­gen der Bur­gen gehen auf das 12. Jahr­hun­dert zurück. Die meis­ten Anla­gen wur­den vom 12. bis 15. Jahr­hun­dert erbaut. Der Bur­gen­bau war geprägt vom ter­ri­to­ria­len Herr­schafts­aus­bau, begin­nend mit den Erz­stif­ten Mainz, Köln und Trier und fort­ge­setzt durch die Pfalz­gra­fen bei Rhein, die Gra­fen von Kat­zeneln­bo­gen, Land­gra­fen von Hes­sen und den Gra­fen von Nas­sau. Die unten abge­bil­de­te Kar­te zeigt die ter­ri­to­ria­le Ein­tei­lung des Obe­ren Mit­tel­rhein­tals gegen Ende des 15. Jahr­hun­derts und im Jah­re 1789.

Grafik Territorien am Oberen Mittelrhein
Die Kar­te zeigt die ter­ri­to­ria­le Ein­tei­lung des Obe­ren Mit­tel­rhein­tals gegen Ende des 15. Jahr­hun­derts.

Die bau­li­che Ent­wick­lung der Bur­gen war zum einen geprägt durch kon­ti­nu­ier­li­che, bau­li­che Erwei­te­run­gen zur Siche­rung der Burg oder zum ande­ren durch Zer­stö­run­gen im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg und in den Pfäl­zi­schen Erb­fol­ge­krie­gen.

Nach Macht­wech­seln gewan­nen sie an Bedeu­tung und wur­den als Fes­tun­gen und Resi­den­zen aus­ge­baut oder ver­lo­ren im Gegen­zug ihren Stel­len­wert teil­wei­se oder gar voll­stän­dig. Es folg­ten viel­fa­che Besit­zer­wech­sel und damit ver­bun­den unter­schied­lichs­te Schick­sa­le der Anla­gen. Die Span­ne war groß, sie reich­te vom voll­stän­di­gen Ver­lust über die Nut­zung der Rui­nen als Stein­bruch für ande­re Bau­ten bis hin zum glanz­volls­ten Wie­der­auf­bau im 19. Jahr­hun­dert in unter­schied­lichs­ter Wei­se.

Die Feind­li­chen Brü­der: Burg Ster­ren­berg und Burg Lie­ben­stein; Foto: Jöckel

Als 1815 das Rhein­land auf dem Wie­ner Kon­gress Preu­ßen zuge­spro­chen wur­de, war dies der Aus­lö­ser für einen neu­en Höhe­punkt in der Chro­no­lo­gie der Burg­an­la­gen am Mit­tel­rhein. Fas­zi­niert vom Mit­tel­rhein­tal begab sich der Prinz Fried­rich 1822 auf die Suche nach einer käuf­lich zu erwer­ben­den Burg. Mit Burg Rhein­stein begann der ers­te roman­ti­sche Wie­der­auf­bau unter Mit­wir­kung von Karl Schin­kel. Ihr folg­ten Burg Soon­eck und Schloss Stol­zen­fels. Dem preu­ßi­schen Vor­bild folg­ten vie­le wei­te­re Wie­der­auf­bau­ten
als Fami­li­en­sitz bür­ger­li­cher und Indus­tri­el­len­fa­mi­li­en.

Das Bur­gen­um­feld wur­de in den Ent­wick­lun­gen nur lücken­haft doku­men­tiert. Gesi­chert belegt ist jedoch, dass der Gar­ten und das Umfeld seit dem Mit­tel­al­ter fes­ter Bestand­teil des Gesamt­en­sem­bles einer Burg­an­la­ge war und sich in sei­nen Funk­tio­nen und Gestal­tungs­for­men bis heu­te mit ent­wi­ckelt hat.

BurgErbau­erBau­li­che Ent­wick­lun­gen
Mäu­se­turmMain­zer Erz­bi­schö­fe,
bzw. ein­ge­setz­te Lehns­her­ren.
1298–1371 Errich­tung des Vor­gän­ger­baus.
1854 Neu­bau des Turms im neo­go­ti­schen
Stil.
Burg KloppMain­zer Erz­bi­schö­fe,
spä­ter Dom­ka­pi­tel
(Erz­bi­schof Sieg­fried III
von Eppstein).
Um 11 v. Chr. röm. Wach­turm. Ab 370
zur Burg aus­ge­baut. Im 11. Jh. Über­ga­be
an Main­zer Erz­bi­schof durch Kai­ser Otto
II. 1105 erst­mals als Burg und 1282 als
Burg „Clopp“ erwähnt. 1282 Funk­ti­on als
Main­zer Zoll­burg. Im Rhei­ni­schen Zoll­krieg
zer­stört, Wiederaufbau.1438 Ver­kauf an
das Main­zer Dom­ka­pi­tel. Zer­stört in 1689
und 1711-12 gesprengt. 1875–79 Wie­der­auf­bau.
1875–79 Bau der neu­go­ti­schen
Vil­la. Seit 1897 Bin­ger Stadt­ver­wal­tung.
Burg Rhein­steinErbau­er unbe­kannt.
1323 ers­te Erwäh­nung
durch Schen­kung der
Burg vom Erz­bi­schof
Mainz an das Dom­ka­pi­tel.
Bau der „Fatz­berg“ um 1316–17 begon­nen.
1354–88 oft Auf­ent­halt der Erz­bi­schö­fe.
1524 schlech­ter bau­li­cher Zustand, trotz
Zoll­stel­le. 1823 Kauf durch Prinz Fried­rich
Wil­helm Lud­wig von Preu­ßen, erst­mals
„Rhein­stein“ genannt. 1825–29 als ers­ter
Wie­der­auf­bau der Rhein­ro­man­tik. 1839
Ergän­zung Fami­li­en­gra­bes­ka­pel­le durch
Phil­ipp Hoff­mann. Seit 1975 in Pri­vat­ei­gen­tum.
Burg Rei­chen­stein1213 Phil­ipp von
Bolan­den.
1213 Phil­ipp von Bolan­den. 1218 an
Wer­ner von Bolan­den, der den Namen
„von Rei­chen­stein“ annahm. Ohne Erben,
Rech­te an Phil­ipp von Hohen­fels. Im 16.
Jh. suk­zes­si­ver Ver­fall der Burg. 1834 Kauf
durch Gene­ral Baron Franz Wil­helm von
Bar­fuß. Wei­te­re Besitzerwechsel.1898
Niko­laus-Kirsch-Puricel­li mit sei­ner Frau
als Allein­er­bin der Rheinböl­ler Hüt­te. 1899-
1902 Wie­der­auf­bau unter Ein­be­zie­hung
der mit­tel­al­ter­li­chen Sub­stanz mit Ansät­zen
im eng­li­schen Tudor­stil. Besit­zer­wech­sel.
Seit 2014 wie­der im Fami­li­en­be­sitz.
Burg Soon­eckAb dem 11. Jh. im
Besitz der Cor­neli­müns­ter
bei Aachen.
1271 ver­mut­lich 1. urkund­lich gesi­cher­te
Erwäh­nung, Ver­kauf an Main­zer Dom­stift.
Ab 1349 Johann II von Wal­deck (nahe­zu
voll­stän­di­ger Neu­bau). Ab 1689 Zer­stö­rung
und Ver­fall. 1834 durch Gemein­de Trechtin­g­s­hau­sen
Ver­kauf an Kron­prinz Fried­rich
Wil­helm IV. 1834–64 Wie­der­her­stel­lung der
Burg als Jagd­sitz des Königs­hau­ses.
Heim­burgErz­bi­schof von Mainz.Ca. 1320 als Trutz­burg gegen kur­pfäl­zi­sche
Bur­gen Rei­chen­stein, Fürs­ten­berg
und Stahleck. Ver­fall im Drei­ßig­jäh­ri­gen
Krieg. 1836 Kauf durch preu­ßi­schen
Gene­ral­ma­jor von Bar­fuß-Fal­ken­burg.
1866–68, Frei­herr von Wacker­b­art. 1882
Fabri­kant Edu­ard von Raben­eck. 1898-
1920 Berg­bau­un­ter­neh­mer Robert Mei­ser.
1920 Nora Dun­lop und Hugo Stin­nes bis
1965. Seit 1987 im Pri­vat­be­sitz.
Sau­er­burgAm 26. Febru­ar 1355
erhält Pfalz­graf Ruprecht
I. vom Erz­bi­schof
die Erlaub­nis zur
Errich­tung der Sau­er­burg
zum Schutz gegen
die nahe gele­ge­ne Burg
Wal­deck. Wann sie tat­säch­lich
erbaut wur­de,
ist nicht gesi­chert.
1505 Ver­kauf an Hof­mar­schall Phil­ipp von
Kron­berg.
1618 Wie­der­her­rich­tung und Erwei­te­rung
nach Ver­fall durch die Bröm­ser aus
Rüdes­heim, mit Bas­tio­nen und Geschütz­ron­dell.
1668 im Besitz der Frei­her­ren
von Met­ter­nich-Win­ne­burg. Schlech­ter
Zustand.1672 Reichs­gra­fen von Sickin­gen.
1689 Rui­ne durch Spren­gung und Brän­de
fran­zö­si­scher Trup­pen des Königs Lud­wig
XIV. 1909-12 Kauf durch Lega­ti­ons­rat
Loehr und teil­wei­ser Wie­der­auf­bau. 2004
Pri­vat­be­sitz und Umbau in ein Hotel. Seit
2009 kei­ne Nut­zung. Die Burg steht zum
Ver­kauf.
Rui­ne Fürs­ten­bergGrün­dung 1219 durch
den Köl­ner Erz­bi­schof
Engel­bert I., urkund­lich
belegt.
1219 Errich­tung zur Siche­rung und als
Zollburg.Ab1243 als erb­li­ches Lehen und
1410 im Besitz der Kur­fürs­ten von der
Pfalz. Bela­ge­run­gen.
1314 Ver­pfän­dung durch Lud­wig der Bay­er
an Main­zer Erz­bi­schof Peter von Aspelt. Im
Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg durch spa­ni­sche und
schwe­di­sche Trup­pen erobert.
1689 Zer­stö­rung durch die Fran­zo­sen.
Seit­her mit­tel­al­ter­li­che Rui­ne mit Ori­gi­nal­bau­sub­stan­zen.
1845 Erwerb durch Prinz Fried­rich der
Nie­der­lan­de und Schen­kung in 1846 an
sei­ne Frau. Geplan­ter Aus­bau zu einem
präch­ti­gen Schloss in neu­go­ti­schen
For­men durch Archi­tekt C. de Jong, ohne
Rea­li­sie­rung.
1910 Ver­kauf an Fami­lie Wasum, Bacha­rach.
1993 Kauf durch Ger­not Stel­ter, heu­ti­ger
Eigen­tü­mer.
Burg Stahl­bergWahr­schein­lich im
Auf­trag der Köl­ner
Erz­bi­schö­fe.
Von den Köl­ner Erz­bi­schö­fen zum Schutz
der Vier­tä­ler im Ver­bund mit Stahleck und
Fürs­ten­berg. Dend­ro­chro­no­lo­gisch auf ca.
1160 datiert. Ers­te Erwäh­nung in 1243 zur
Über­tra­gung der Köl­ner Erz­bi­schö­fe an die
Pfalz­gra­fen­schaft. Ver­schie­de­ne Eigen­tü­mer,
seit 1912 Rhei­ni­scher Ver­ein.
Burg StahleckGos­win oder Her­mann
von Stahleck.
Als Schutz­burg des Vier­tä­ler-Gebie­tes im
12. Jh. errich­tet und 1344–66 in das Stadt­mau­er­sys­tem
(mit 16 Tür­men) der Stadt
Bacha­rach als Eck­bas­ti­on. Rui­ne, nach
Spren­gung der Burg durch die Fran­zo­sen
in 1689. 1828 Kauf durch Kron­prinz
Fried­rich Wil­helm IV. (Hohen­zol­lern) zur
Schen­kung 1829 an sei­ne Gemah­lin
Eli­sa­beth von Bay­ern als ehe­ma­li­gen
Besitz ihrer Wit­tels­ba­cher Ahnen. 190910
Burg­rui­ne im Eigen­tum des Rhei­ni­schen
Ver­eins. 1925 Wie­der­auf­bau als Jugend­her­ber­ge.
Archi­tekt Ernst Stahl bis 1936.
Nach Fremd­nut­zun­gen ab 1947 wie­der
Jugend­her­ber­ge. Ín 1965 wur­den wei­te­re
Bau­ar­bei­ten durch­ge­führt.
Burg Pfalz­gra­fen­steinUnbe­kannt.Zunächst nur ein Turm. In 1327 mehr­fach
erwähnt. 1329 Über­las­sung an die
Pfalz­gra­fen. 1339–1342 Erwei­te­rung
Ring­mau­er. 1339 erst­mals als „Pfalz­gra­fen­stein“
erwähnt. 1607 bau­lich ver­stärkt.
Sperr­rie­gel mit Burg Guten­fels. Wäh­rend
des Spa­ni­schen Erb­fol­ge­krie­ges auch
Gefäng­nis (1701−13). Bis 1803 klei­ne
Besat­zung, danach kein Schiff­zoll mehr.
181314 setz­te Blü­cher hier über den
Rhein. 1866 Ende der Schiff­fahrts­steu­er.
1867 Über­gang von der Nas­saui­schen
in die Preus­si­sche Domä­nen­ver­wal­tung.
1949 Schlös­ser­ver­wal­tung Rhein­land-
Pfalz. 197071 Sanie­rung baro­cker
Farb­an­strich.
Burg Guten­felsVer­mut­lich Phil­ip I. von
Fal­ken­stein- Mün­zen­berg
(Sei­ten­zweig der
Her­ren von Bolan­den
(-Fal­ken­stein)).
1261 als cas­trum meum Kuben
ers­te Erwäh­nung, Phil­ipp II. von Fal­ken­stein-
Mün­zen­berg. 1277–1289 Pfalz­graf
Lud­wig II. Kaub wich­tigs­te kur­pfäl­zi­sche
Zollstelle.1324 Pfalz­graf Lud­wig der
Bay­er, bau­li­che Ver­bes­se­run­gen. Seit
1504 trägt die Burg die Bezeich­nung
‚Guten­fels‘. Mehr­fa­che Besit­zer­wech­sel,
wei­test­ge­hend unzer­stört. 1787 Sitz der
Inva­li­den­kom­pa­nie. 1807 zum Abbruch
ver­stei­gert. 1833 Erwerb Fried­rich Habel.
1888–1892 Restau­rie­rung durch Köl­ner
Archi­tek­ten Gus­tav Wal­ter. Seit Dez. 2006
in pri­va­tem Eigen­tum.
Schön­burgVer­mut­lich durch das
Erz­stift Mag­de­burg
gegrün­det. Rhei­ni­sche
Pfalz­gra­fen ver­mut­lich
1149 Her­mann von
Stahleck.
1149 Her­mann von Stahleck, spä­ter
Reichs­burg und Sitz einer Ganerb­schaft.
Ende 14. Jh. Lehen des Erz­stifts Trier,
Her­ren von Schön­burg. 1317 Öff­nung
der Burg an Gra­fen von Kat­zeneln­bo­gen
und 1318 Trie­rer Erz­bi­schof Bal­du­in von
Luxem­burg. Drei­tei­lung der Burg­an­la­ge
in 1386. Mehr­fa­che Beset­zun­gen im
drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg. 1689 durch Trup­pen
Lud­wigs XIV. Ab 1719 mehr­fa­che Besit­zer­wech­sel.
1885 Kauf der Rui­ne durch
Immo­bi­li­en­mak­ler T. J. Oak­ley Rhi­ne­lan­der
aus New-York, Wie­der­her­stel­lung von
Tei­len der Anla­ge. 1950 Kauf durch Stadt
Ober­we­sel. 1980–82 moder­ner Aus­bau des
Süd­teils zum Hotel.
Burg Rhein­felsGraf Die­ter V. von
Kat­zeneln­bo­gen.
1245 erbaut. 1315 Bau einer Kapel­le mit
Fried­hof. Ab 1479 Land­gra­fen von Hes­sen.
Ab 1567 Resi­denz des Land­gra­fen Phil­lipp
II., dem Jün­ge­ren, von Hes­sen-Rhein­fels.
Fach­werk­kon­struk­tio­nen in den
Ober­ge­schos­sen. Nach sei­nem Tod an
Hes­sen-Kas­sel.
1626–47 Resi­denz von Land­graf Georg
II. zu Hes­sen-Darm­stadt. 1649 bis 1693
Resi­denz Land­graf Ernst von Hes­sen-Roten­burg-
Rhein­fels. Im 17. Jh. Aus­bau als
star­ke Fes­tung, unein­ge­nom­men. Erst in
1794 kampf­los den Frz. Revo­lu­ti­ons­trup­pen
über­las­sen. 1796 Spren­gung der
Außen­wer­ke, 1797 des Berg­frieds und des
Darm­städ­ter Baus. 1812 in Pri­vat­be­sitz
und ab 1818 Mate­ri­al­bruch für Wie­der­auf­bau
der Fes­tung Ehren­breit­stein. Ab 1843
Kauf durch Prinz Wil­helm von Preu­ßen,
ohne Rea­li­sie­rung sei­ner Wie­der­auf­bau­plä­ne.
Seit 1925 Eigen­tum der Stadt
St.Goar.
Burg Rei­chen­bergGraf Wil­helm I. von
Kat­zeneln­bo­gen (als
Lehen Kur­tier).
1319 Erst­erwäh­nung. Ab 1326 ver­schie­de­ne
Burg­man­nen. Nach Erstel­lung der
Schild­mau­er mit den bei­den Flan­ken­tür­men
und Vor­hof kein Wei­ter­bau. 1331
stirbt Wil­helm I. 1352 Tei­lungs­ur­kun­de
zwi­schen den zer­strit­te­nen Brü­dern Wil­helm
II. und Eber­hardt V. von Kat­zeneln­bo­gen.
Eber­hard V. erhält den Bestand. 1385
Aus­bau voll­endet. 1479 an Land­gra­fen
von Hes­sen. 1607 fer­tigt Wil­helm Dilich
Bestands­plä­ne der Burg. Lang­sa­mer
Ver­fall. 1806 Amts­sitz und Hes­si­sche
Fes­tung. 1816 an Nas­sau. 1813 Ein­sturz
des süd­li­chen Schild­mau­er­turms. 1818
Ver­kauf an Fried­rich Habel als Rui­ne. 1971
Ein­sturz des nörd­li­chen Turms. Seit 2010
im Pri­vat­be­sitz.
Burg KatzVer­mut­lich Graf Wil­helm
II. von Kat­zeneln­bo­gen.
Erst­erwäh­nung 1371. Ab 1378 Sitz von
Burggrafen/Amtsmänner. 1479 Über­gang
an Hes­sen, spä­ter Amt Rhein­fels.
1520 mili­tä­ri­sche Besat­zung. 1583 an
Hes­sen-Kas­sel. Ca. 17./18. Jh. Ein­bau
wei­te­rer Geschütz­bat­te­rien. Im 18. Jh.
Ver­nach­läs­si­gung, all­mäh­li­cher Ver­fall.
1806 Zer­stö­rung unter Napo­le­on. 1896–98
Erwerb durch Land­rat Berg und Neu­auf­bau
zusam­men mit Bodo Ebhardt. Seit 1989
Pri­vat­ei­gen­tum.
Burg MausTrie­ri­scher Erz­bi­schof
Boe­mund II.
1356 zur Siche­rung gegen kat­zeneln­bo­gi­sche
Rhein­fels erbaut. 1362 voll­endet
durch Erz­bi­schof Kuno von Fal­ken­stein.
Nie zer­stört. Lieb­lings­re­si­denz der
Trie­rer Erz­bi­schö­fe Kuno und Wer­ner von
Fal­ken­stein. 1437 bis ca. 1580 an von
Helm­stadt und spä­ter von Nas­sau-Spor­ken­burg
ver­pfän­det. Danach Sitz der
Ämter Bop­pard, Ober­we­sel und Well­mich.
1744 Ver­fall, unbe­wohnt. Nun der Name
„Maus“. Als Halb­rui­ne in 1806 auf Abbruch
ver­stei­gert, kaum abge­tra­gen. 1844 Kauf
durch Fried­rich Habel. 1900-06 Archi­tekt Gärt­ner
aus Köln innen aus­ge­baut. In
Pri­vat­ei­gen­tum.
Burg Lie­ben­steinVer­mut­lich Albrecht von
Lewen­stein (Lie­ben­stein).
12941295 erst­mals erwähnt. 1284–1290
ggf. zunächst als Vor­werk zu Ster­ren­berg
erbaut. Siche­rung des Erbes sei­ner Gat­tin
Luckar­da von Bolan­den gegen deren
Onkel Wer­ner II. von Bolan­den. 12941295
gab Graf Hein­rich von Spon­heim-Dan­nen­fels,
den Rit­tern Schenk von Strom­berg
und Lud­wig von Ster­ren­berg zu Lehen.
Nun Name „von Lie­ben­stein“. 1340 durch
Erb­tei­lung ca. 10 Par­tei­en (Gan­er­ben)
mit ver­schie­de­nen Gan­er­ben­häu­sern.
1510 Phil­ipp von Lie­ben­stein hält alle
Antei­le. 1587 noch bewohnt, 1592 bereits
unbe­wohn­bar. 1637 zusam­men mit der
Herr­schaft Oster­spai in den Besitz derer
von Wal­den­burg. 1783 bis heu­te als Erbe
an die Frei­her­ren von Preu­schen von und
zu Lie­ben­stein.
Burg Ster­ren­bergHer­ren von Bolan­den
(als Reichs­mi­nis­te­ria­len
des stau­fi­schen König­hofs).
1034 erst­mals urkund­lich erwähnt. Eine
der ältes­ten Höhen­bur­gen am Rhein. 1194
Besitz durch die „Reichs­mi­nis­te­ria­len von
Bolan­den“ Burg und Ort­schaft Born­ho­fen
als Lehen des Rei­ches. 1227 die Rit­ter von
Ster­ren­berg, Vög­te des rechts­rhei­ni­schen
Reichs­gut­be­zirk von Bop­pard. 1247(49)
teil­wei­se Zer­stö­rung. 1268 Auf­tei­len des
Anwe­sens unter den Brü­dern Wer­ner und
Phil­ipp von Bolan­den an Wer­ner. 1288
erben des­sen Schwes­tern sei­nen Anteil.
Hei­rat einer der Schwes­tern mit Albrecht
von Lewen­stein. 1316–17 in trie­ri­schem
Besitz auf Wei­sung von König Lud­wig IV.
Ende 13. Jh. Gra­fen von Kat­zeneln­bo­gen.
Anfang 14. Jh. zwei­te Ring­mau­er zum
Schutz gegen Burg Lie­ben­stein. Ca. 1313
Kon­flikt mit dem Trie­rer Erz­bi­schof Bal­du­in.
Born­ho­ven wird dabei zer­stört. 1320
Über­ga­be mit Rhein­zoll an Kur­trier. Nun
Mit­tel­punkt des rechts­rhei­ni­schen Kur­trie­rer
Besit­zes. Ende 14. Jh. Errich­tung
der soge­nann­ten „Streit­mau­er“ zwi­schen
Burg Ster­ren­berg und Burg Lie­ben­stein.
1456 bau­fäl­lig und 1568 Ver­fall,
unbe­wohnt. 1806 Besitz von Kur­trier an
Nas­sau, ab 1866 nach Preu­ßen. Seit
1947 Eigen­tum des Land Rhein­land-Pfalz.
1968 umfang­rei­che Reno­vie­run­gen. 1974
Restau­rie­rung des Berg­frieds.
Kur­fürst­li­che BurgRichard von Corn­wall1265 Bau des 5‑geschossigen, qua­dra­ti­schen
Wohn­turms. Ursprüng­lich Reichs­burg
unter König Richard von Corn­wall.
1312 geht das Reichs­gut Bop­pard von
König Hein­rich III. von Luxem­burg an
sei­nen Bru­der, Trie­rer Erz­bi­schof Bal­du­in.
Seit­her trie­ri­sche Lan­des­burg. 134041
wei­te­rer Aus­bau. Sitz eines Amt­man­nes,
zeit­wei­lig Zoll­burg. 1497 wei­te­re Bela­ge­rung
mit Teil­zer­stö­run­gen. 1672 Süd­flü­gel
mit Rund­turm. In 169495 Anbau des
Nord­flü­gels mit pavil­lon­ar­ti­gen Eck­auf­sät­zen.
Zuletzt ent­spre­chen­der Anbau 1698-
1701 des Ost­flü­gels. 1788 Amt­skel­le­rei,
Zoll­amt und Woh­nung des Amts­ver­wal­ters.
Nach 1794 Auf­ga­be der Burg­an­la­ge, nun
Nut­zung als Maga­zin und Laza­rett. 1810
im Nord­flü­gel die Stadt­gen­d­ame­rie. 1818
eine Straf­an­stalt. Die bau­li­chen Ein­grif­fe im
19. Jh. haupt­säch­lich inner­halb des Gebäu­des.
1840–1848 Ver­fül­lung der Grä­ben
auf der West‑, Süd- und Ost­sei­te. Spä­ter
Unter­brin­gung von Tei­len der Kom­mu­nal­ver­wal­tung.
1951 städ­ti­sches Muse­um.
Schloss Lie­ben­eckReichs­frei­herr Franz
von Preu­schen von und
zu Lie­ben­stein.
Um 1590 Vor­gän­ger­an­la­ge, herr­schaft­li­ches
Guts­haus durch Her­ren von
Lie­ben­stein nach Auf­ga­be der Burg
Lie­ben­stein und Haupt­wohn­sitz. Seit 1651
Frei­her­ren von Wal­den­burg. 2. Hälf­te
des 17. Jh. Umbau zu einem baro­cken
Jagd- und Som­mer­schloss. 1793 Erwerb
durch Frei­herrn von Preu­schen von und
zu Lie­ben­stein. Um 1870 Neu­bau durch
Franz von Preu­schen. Rea­li­sie­rung in
1873–1875 auf alten Fun­da­men­ten zum
heu­ti­gen Schloss­bau im his­to­ri­sie­ren­den
Sti­le der Neo­re­nais­sance. 1960 Erwerb
durch einen Hote­lier in Erb­pacht. 1972
Kauf durch Pri­vat­fa­mi­lie Schnier­le und
Umbau als Fami­li­en­wohn­sitz. Heu­te im
Pri­vat­ei­gen­tum.
Burg Oster­spaiGra­fen von Spon­heimVon den Gra­fen von Spon­heim 1302 zum Schutz der spon­hei­mi­schen Güter in Oster­spai und im gegen­über­lie­gen­den Bop­par­der Hamm unmit­tel­bar am Rhein erbaut, ver­blieb die Burg Oster­spai – da rechts­rhei­nisch gele­gen – bei Spon­heim bis 1806 (Rhein­bund), als sie an das Her­zog­tum Nas­sau fiel. Zugleich war sie bis 1806 Sitz der als nas­saui­sches Lehen ver­ge­be­nen Orts­herr­schaft des reichs­un­mit­tel­ba­ren Oster­spai: der Her­ren von Lie­ben­stein (bis 1637), Frei­her­ren von Wal­den­burg (bis 1793) und Frei­her­ren von Preu­schen von und zu Lie­ben­stein (bis 1806). Nach 1637 ein 50jähriger Rechts­streit um die Burg zwi­schen der weib­li­chen Lie­ben­stein-Linie (Carben/Steinkallenfels) und Wal­den­burg, in dem das Lie­ben­stei­ner Wohn­ge­bäu­de ca. 1680 abge­ris­sen wur­de. Zur Burg gehört heu­te inner­halb eines aus­ge­dehn­ten Gar­ten-/Wein­gar­ten­ge­län­des: Wohn­turm (1302) mit Fach­werk­an­bau, Kel­ter­haus und Jakobs­ka­pel­le (frü­her Klos­ter Eber­bach) und Tei­le eines Wein­hofs (frü­her Stift Sankt Flo­rin). Seit 1869 ist die Burg Eigen­tum der Frei­her­ren von Preu­schen von und zu Lie­ben­stein.
Schloss Phil­ipps­burgLand­graf Phil­ipp II. von
Hes­sen-Rhein­fels.
1568–1571 erbaut durch Hes­si­schen
Bau­meis­ter Anton Dau­er als Wit­wen­sitz.
Ers­tes Renais­sance­schloss am Rhein. Von
Land­graf Phil­ipp zeit­wei­se als Resi­denz
genutzt. Bau auf der mit­tel­al­ter­li­chen
Stadt­mau­er mit einer, zwi­schen zwei Rund­tür­men
ver­lau­fen­den Ver­bin­dungs­mau­er
(Kur­ti­ne) mit Schiess­schar­ten zur Ver­tei­di­gung
gesi­chert. Nach Tod von Phil­lipp
II. leb­te hier Land­grä­fin Anna Eli­sa­beth
von 1583–1602. 1643–1651 Resi­denz von
Johann der Streit­ba­re. 1682–1689 Ver­tei­di­gung
der Burg mit Hil­fe von Burg Rhein­fels
und Marks­burg.
Der Ver­lust der Resi­denz­funk­ti­on führ­te
zum Ver­fall.
1804-05 Reno­vie­rung mit Ver­lust prä­gen­der
Bau­tei­le: das stei­le Dach mit Zwerch­häu­sern und kom­plet­tes 3. Geschoss. 1822 Ver­kauf
an Johann Chris­ti­an Heber­lein, bau­li­che
Ver­än­de­run­gen, nur noch wenig reprä­sen­ta­ti­ve
Wir­kung. 1861 Bahn­bau und damit
Ver­lust der Vor­burg mit süd­li­chem Turm,
der Brau­ba­cher Stadt­be­fes­ti­gung und der
For­ti­fi­ka­ti­on ent­lang des Ufer­ver­lau­fes.
1997 Erwerb der Phil­ipps­burg durch das
euro­päi­sche Bur­gen­in­sti­tut und des­sen
Eröff­nung Ende 1999 nach Umbau.
Marks­burgHer­ren von Eppstein
(als Lehen der Pfalz­gra­fen),
eine der mäch­tigs­ten
Fami­li­en des hohen
Mit­tel­al­ters (allei­ne im
13. Jh. vier Main­zer
Bischö­fe gestellt).
12. Jh. ers­te Burg aus Turm, Wohn­bau
und Ring­mau­er. 1283 Kauf durch Graf
Eber­hard II. von Kat­zeneln­bo­gen. Errich­tung
des goti­schen Gebäu­des, zeit­wei­se
Resi­denz. 1479 durch Hei­rat der Erb­toch­ter
an den Hes­si­schen Land­gra­fen Hein­rich
III. Nun als Berg­fes­tung mit Bat­te­rien
und Bas­tio­nen unzer­stör­bar aus­ge­baut.
Ab 1803 Her­zog­tum Nas­sau. Spä­ter
Staats­ge­fäng­nis und Kran­ken­un­ter­kunft.
1866 Annek­ti­on durch Preu­ßen. Kron­prinz
Fried­rich Wil­helm fand Inter­es­se, aber
ohne Taten. 1900 Erwerb durch die deut­sche
Bur­gen­ver­ei­ni­gung im Ein­ver­ständ­nis
Kai­ser Wil­helm II. und König von Preu­ßen
durch Initia­tor Pro­fes­sor Bodo Ehr­hardt mit
Wie­der­auf­bau.
Schloss Mar­tins­burgErz­bis­tum MainzErst­erwäh­nung 1317. Zunächst als Wohn­turm
nach Ver­la­ge­rung des Main­zer Zolls
durch Main­zer Erz­bi­schof errich­tet. Ab
Mit­te 14. Jh. schritt­wei­ser Aus­bau zu einer
Rand­haus­an­la­ge. Erz­bi­schof Bert­hold von
Hen­ne­burg fügt an Süd­mau­er Wohn­ge­bäu­de
an.
1719–21 Erz­bi­schof Lothar Franz von
Schön­born nach Besei­ti­gung der mit­tel­al­ter­li­chen
Vor­gän­ger­bau­ten, baro­cke
Neu­bau­ten als 3‑stöckiger West­flü­gel und
west­li­cher Teil des Süd­flü­gels. 1976–81
umfang­rei­che Restau­rie­rungs­maß­nah­men,
Aus­bau von Woh­nun­gen und einem
Fast­nachts­mu­se­um. In Pri­vat­ei­gen­tum.
Burg LahneckKur­fürst Sieg­fried III.
von Eppstein.
Burg Lahneck wahr­schein­lich erbaut ab
1233, als nörd­lichs­te Burg des Erz­stif­tes.
Siche­rung des Main­zer Besit­zes im Raum
Lahn­stein, inkl. eines Sil­ber­berg­wer­kes.
Seit 1244 Burg­graf Embri­cho von Lahneck
als ört­li­che Amts­füh­rung nach­weis­bar.
1292 Ver­le­gung der Main­zer Zoll­stel­le von
Bop­pard nach Lahn­stein.
Nach 1295 ver­schie­de­ne Adels­ge­schlech­ter,
z.B. die Gra­fen von Sayn, Kat­zeneln­bo­gen
oder Vir­ne­burg als Burg­man­nen
genannt. Nach 1436 (oder 1464) stär­ke­re
Siche­rung der Burg mit äuße­rem Bering.
1635 erst­mals und 1662 noch­mals ver­wüs­tet
und als Stein­bruch genutzt. In 1854
Kauf durch eng­li­schen Eisen­bahn­un­ter­neh­mer
Edward Moriar­ty von der Fami­lie
Las­s­aulx und im Sin­ne der (Rhein-)
Roman­tik im Stil der eng­li­schen Neu­go­tik
wie­der­auf­ge­baut. Wei­te­re Besit­zer­wech­sel,
Kauf durch Vize­ad­mi­ral Misch­ke 1907 und
seit 1946 im Eigen­tum der Erben­ge­mein­schaft
Mischke/von Preu­schen.
Schloss Stol­zen­felsZwi­schen 1242 und
1248 durch den Trie­rer
Erz­bi­schof Arnold II.
von Isen­burg erbaut.
1244 Ent­ste­hung des Bergfrieds.1331
kur­trie­ri­sche Zoll­burg. Hier­für Ver­bin­dung
durch Mau­ern mit dem Ort am Rhein durch
Erz­bi­schof Bal­du­in von Luxem­burg. Im
drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg zunächst von den
Schwe­den, dann von Fran­zo­sen besetzt.
In 1689 von den Fran­zo­sen zer­stört.
Nach 150 Jah­ren als Rui­ne im Eigen­tum
der Stadt Koblenz. Schen­kung in 1815
an den Kron­prin­zen Fried­rich Wil­helm
von Preu­ßen. Annah­me erst in1823 nach
sei­ner Hoch­zeit mit Eli­sa­beth von Bay­ern.
183536 Wie­der­auf­bau nach Plä­nen
von K. F. Schin­kel und F. A. Stü­ler als
klas­si­zis­ti­sches Schloss. Ein­be­zug der
Land­schaft und Anla­ge des umfas­sen­den
Land­schafts­parks nach Plä­nen von Peter-
Joseph Len­né.
Kur­fürst­li­ches SchloßTrie­rer Kur­fürst und
Erz­bi­schof Cle­mens
Wen­zelaus von Sach­sen.
1777–1799: Bau der Anla­ge. 1842–1845
Moder­ni­sie­rung der Innen­räu­me nach
Ent­wür­fen von Fried­rich August Stü­ler.
1950–1951 moder­ner Innen­aus­bau
nach Zer­stö­rung. 1935: Ein­wei­hung
des Thing­plat­zes / ‑fei­er­stät­te auf dem
Vor­platz. 1944 bei Luft­an­griff zer­stört,
anschlie­ßend ver­füllt. 1950 Wie­der­auf­bau
der „Zir­ku­larbau­ten“ auf ursprüng­li­chem
Grund­riss, in schlich­te­rer For­men­spra­che.
Außen­an­la­gen wur­den im Rah­men der
BUGA 2011 saniert.
Alte BurgTrie­rer Erz­bi­schof Hein­rich
II. von Fin­stin­gen.
Ab 1277 Aus­bau des Burg­man­nen­sit­zes
der Her­ren von Arken. Ab 1332 Bau der
Bal­duin­brü­cke, des Rund­turms, des
West­flü­gels, des Zwin­gers mit Rund­tür­men
zwi­schen der Brü­cken­ram­pe und der
Burg. Ab 1419 Fer­tig­stel­lung der Mosel­brü­cke
und Bau eines Brü­cken­tor­turms,
Ein­bau der Kapel­le im Ober­ge­schoss des
Nord­ost­turms. 1556–1567 Erwei­te­rung
der Gesamt­an­la­ge um Ost­flü­gel und
Treppenturm.1771 Bau des Eis­bre­chers
mit Platt­form an der Mosel­sei­te. 1898–1900
Moder­ni­sie­rungs­ar­bei­ten und Innen­aus­bau.
Fes­tung Ehren­breit­stein1. Burg­an­la­ge
ver­mut­lich Erem­bert
(Ehren­brecht) aus dem
Haus der Kon­ra­di­ner |
Trie­rer Erz­bi­schof Hil­lin
von Fal­ma­gne.
1019 erst­mals erwähnt, nach 1018 mit
der Schen­kung des Königs­ho­fes Koblenz
an das Erz­stift Trier bis zum Ende des
Kur­staa­tes. 1110 urkund­lich erwähnt.
Trie­rer Erz­bi­schof Hil­lin von Fla­ma­gne
(1152−1169) hat sie um- und aus­ge­baut.
Aus­se­hen und Lage der Burg um Mit­te des
12. Jh. ist bis­lang nicht bekannt. Ggf. eine
Rand­be­bau­ung. Schlüs­sel­stel­lung unter
den Lan­des­bur­gen im Zusam­men­hang
mit dem Aus­grei­fen des Trie­rer Kur­staats
auf den rechts­rhei­ni­schen Raum (Wes­ter­wald).
Anfang 13. Jh. ist Ehren­breit­stein
im „Liber anna­li­um iuri­um“ unter den
besat­zungs­stärks­ten Trie­rer Lan­des­bur­gen
auf­ge­führt. Seit der zwei­ten Hälf­te des 13.
Jh. zeit­wei­se bevor­zug­te Resi­denz­burg der
Kur­fürs­ten. Unter Hein­rich von Fin­stin­gen
(1260−1286). Der ers­te wei­te­re Aus­bau.
Im 14. Jh. Ent­wick­lung einer Vor­burg mit
Behau­sun­gen für Hand­wer­ker und Die­ner
nörd­lich des Hel­len­gra­bens. Sanie­rung der
Frei­an­la­gen im Rah­men der BUGA 2011.
Groß­fes­tungErbaut zwi­schen 1815
und 1834 durch Fried­rich
Wil­helm III.
Durch den Wie­ner Kon­gress 18141815
gin­gen die rhei­ni­schen Besitz­tü­mer des
Trie­rer Kur­staa­tes als Teil der Rhein­pro­vinz
zum König­reich Preu­ßen über. Am 11.
März 1815 erging die „Order zur Neu­be­fes­ti­gung
der Stadt Coblenz und der Fes­tung
Ehren­breit­stein“ durch König Fried­rich
Wil­helm III. In den fol­gen­den Jah­ren
ent­stand die Fes­tung Koblenz, eines der
umfang­reichs­ten Fes­tungs­sys­te­me Euro­pas,
gebaut nach moderns­ten Erkennt­nis­sen
in der so genann­ten „Neu­preu­ßi­schen
Befes­ti­gungs­ma­nier“.
Inwert­set­zung der Burg­gär­ten im Welt­erbe Obe­res Mit­tel­rhein­tal. Bestands­er­fas­sung, Ana­ly­se, Rah­men­kon­zept 49
Markt­burg HEUnbe­kannt.Wahr­schein­lich im 12. Jh. erbaut. Nicht
erforscht. Erbau­er viel­leicht ein Minis­te­ri­alen­ge­schlecht,
die sich ab 1276 „de
foro“ – also „vom Markt“ – nen­nen. Seit
1276 im Besitz der Fuchs von Rüdes­heim.
Ggf. auch nach 1368 zeit­wei­se Eigen­tum
der Bröm­ser von Rüdes­heim. Vor 1640
ver­mut­lich auf­ge­ge­ben, ggf. in Kriegs­wir­ren
beschä­digt. 1663 Bau eines Wohn­hau­ses,
nur noch Turm vor­han­den. Seit
1819 Turm und umlie­gen­des Gelän­de in
Pri­vat­be­sitz. In1885 Besitz­wech­sel. Heu­te
in Pri­vat­ei­gen­tum.
Boo­sen­burg HEErz­bis­tum Mainz.Im Kern hoch­mit­tel­al­ter­lich. Ursprüng­lich
eher eine Art Turm­burg. 1378 stirbt die
Linie der Fuchs von Rüdes­heim aus. 1430
unter meh­re­ren Gan­er­ben auf­ge­teilt, z.B.
auch Boos von Wal­deck, Namens­ge­ber
der Boo­sen­burg. Seit 1474 allei­ni­ge Eigen­tü­mer
und im 15. und 16. Jh. Bau von
Wohn- und Wirt­schafts­ge­bäu­de inner­halb
des Berings.
Als Rui­ne 1830 im Besitz der Gra­fen
von Schön­born und 1836 Abtrag außer
Haupt­turm. 1868 Erwerb durch Fami­lie von
Sturm. In 1873 der Bau einer neu­go­ti­schen
Vil­la. Erhö­hung des Tur­mes um ein Stock­werk
mit Zin­nen­kranz. Die Ober­burg dien­te
den von Sturm und ab 1939 der Fami­lie
Jung als Wein­gut.
Brömser­burg HEUnklar, ab 1282
nach­weis­lich Besitz des
Main­zer Erz­bis­tums
durch Über­ga­be der
Her­ren von Rüdes­heim.
Heu­te erhal­te­ne Res­te aus 13. Jh.
Grund­riss nahe­zu recht­eckig, rings­um
von einer 5 Meter hohen Mau­er umge­ben.
Angren­zend ein qua­dra­ti­scher Eck­turm
im Nord­wes­ten als Berg­frieds. Der frü­hen
Burg war ein Gra­ben vor­ge­la­gert.
Rui­ne Ros­sel HEGraf Karl Maxi­mi­li­an
von Ostein.
1774 als Lust­ge­wöl­be gegen­über der
Nahe­mün­dung nach­ge­wie­sen. 1775 und
1785 Ein­fas­sung der Platt­form mit Balus­tra­den.
1787 der Bau des bis heu­te erhal­te­nen
Turms durch Bau­meis­ter Man­gin.
1790–1794 ver­schie­de­ne Arbei­ten. Star­ke
Beschä­di­gun­gen wäh­rend bei­den Koali­ti­ons­krie­gen.
1806 Wie­der­auf­bau. Unter
Graf Ostein letz­te Aus­bes­se­run­gen in
1807, 1808 und 1810. Danach im Eigen­tum
der Gra­fen von Wald­bott-Bas­sen­heim
1832–1841 ein­zel­ne Aus­bes­se­run­gen. Wei­te­re
wäh­rend der her­zog­lich-nas­saui­schen
Peri­ode von 1855–1865. 1866 fällt sie an
Preu­ßen. Letz­te Arbei­ten in 1916. 2013–15
voll­stän­di­ge Sanie­rung nach Bau­for­schung
durch das Land Hes­sen über die Staat­li­che
Ver­wal­tung Schlös­ser und Gär­ten, Bad
Hom­burg v.d.H.
Rui­ne Ehren­fels HEErz­bi­schof Sieg­fried II.
von Eppstein.
1211 durch Phil­ipp von Bolan­den im
Auf­trag des Erz­bi­schofes Sieg­fried II. von
Eppstein erbaut. 1222 durch könig­li­ches
Urteil an Mainz zuge­schla­gen. Beset­zung
mit kur­main­zi­schen Burg­man­nen. Mit­te
des 13. Jh. Funk­ti­on als Zoll­sta­ti­on mit
Zoll­haus und Mäu­se­turm. 1301 Über­ga­be
für fünf Jah­re an Gott­fried von Brauneck
wäh­rend des Rhei­ni­schen Zoll­kriegs der
Kur­fürs­ten und Sieg Albrechts. Aus­bau der
Anla­ge durch Stifts­ver­wal­ter Kuno II. von
Fal­ken­stein, nach Ver­pfän­dung an ihn in
1353.
1356 Beset­zung durch Erz­bi­schof Ger­lach
von Nas­sau. Gemäß Forst­be­rich­ten aus
158788 war der Nie­der­wald Wirt­schafts­wald
der Burg mit Hof­gut Nie­der­wald.
Mehr­fach bela­gert und besetzt. 1689
schwe­re Beschä­di­gun­gen durch das
fran­zö­si­sche Heer. Ent­fer­nung der äuße­ren
Berei­che durch Anla­ge wei­te­rer Wein­ber­ge.
Auf­ga­be und Ver­kauf der Rui­ne durch
Main­zer Dom­ka­pi­tel samt Nie­der­wald.
1693 im Besitz der Gra­fen von Sta­di­on.
1705 Ver­kauf samt Nie­der­wald an Frei­herr
Johann Franz Sebas­ti­an von Ostein. Bis
zum Aus­ster­ben der von Ostein in deren
Besitz. 1866 fällt die Burg an Preu­ßen,
heu­te Eigen­tum des Land Hes­sen.
Burg Rhein­berg HERhein­gra­fen (Lehen
Kur­mainz).
Ver­mut­lich zwei­te Hälf­te des 12. Jh. Eine
der ältes­ten und wich­tigs­ten Bur­gen
des Rhein­gaus an des­sen Nord­gren­ze.
Erst­mals 1187 erwähnt, aber län­ger
exis­tie­rend. Ab 1279 durch den Main­zer
Erz­bi­schof Wer­ner von Eppstein ein­ge­schlos­sen
und bela­gert. Dabei Anla­ge der
Bela­ge­rungs­an­la­gen Bli­den­eck und Aache­ner
Schan­ze im Umfeld der Burg. Erheb­li­che
Zer­stö­run­gen. Wei­te­re Eigen­tü­mer.
1304 Gelob des Johann von Rhein­berg
als Amt­mann des Main­zer Erz­bi­schof an
die main­zi­sche Gegen­burg Kam­mer­burg,
Burg Rhein­berg bin­nen acht Jah­ren nicht
wie­der­auf­zu­bau­en.
1316 Wil­helm von Kat­zeneln­bo­gen als
Herr der Burg. Ver­kauf an den Ade­li­gen
Grans von Hep­pen­heft und Bren­ner von
Lahn­stein. Rhein­berg wird Gan­er­ben­burg.
Offen­bar mit Burg­ka­pel­le. 1471 noch von
einem Geist­li­chen betreut. Wann die Burg
ver­las­sen wur­de, ist unklar. 1822 gin­gen
die Rui­nen Rhein­berg und Kam­mer­burg
an den Frei­herrn von Zwier­lein zu Gei­sen­heim.
Heu­te in Pri­vat­ei­gen­tum.
Burg Wal­deck HEHer­ren von Wal­deck.1315 erst­mals genannt als Offen­haus
eini­ger Bewoh­ner­fa­mi­li­en. Damals
im Besitz von 4 Edel­her­ren und 21
Edel­knech­ten, also über 20 Gan­er­ben-
Fami­li­en. In die­ser Zeit ver­mut­lich der um
die Kern­burg ange­leg­te Ring von Woh­nund
Wirt­schafts­bau­ten.
1333 und 1349 sind Bau­maß­nah­men
belegt. Im 14. Jh. offen­bar „Hin und Her“
zwi­schen Kat­zeneln­bo­gen, Kur­mainz und
Kur­trier zu Guns­ten des Erz­stift Mainz.
1476 wird eine Kapel­le erwähnt. 1502 bis
ins 18. Jh. ver­lehnt an die Breid­bach von
Bür­res­heim. Ggf. im 17. Jh. auf­ge­ge­ben.
Heu­te in Pri­vat­ei­gen­tum.
Rui­ne Nol­lig HEUnbe­kannt.Kei­ne zuver­läs­si­gen Schrift­quel­len
bekannt. Bau­ge­schicht­li­che Beson­der­heit
durch zahl­rei­che, 30 x 30 cm, star­ke
Bal­ken­spu­ren im Mau­er­werk, als höl­zer­ner
Fach­werk­turm. Errich­tet zu Beginn des
14. Jh. Erst spä­ter Aus­bau in Stein, mit
Ummaue­rung der Fach­werk­kon­struk­ti­on.
Der rui­nö­se Bau wur­de in den 1930er
Jah­ren unter­sucht und doku­men­tiert.
Heu­te in Pri­vat­ei­gen­tum.
  • Unse­re Serie wid­met sich den Burg­gär­ten im Welt­erbe Obe­res Mit­tel­rhein­tal auf Basis der 2019 vom rhein­­land-pfäl­­zi­­schen Innen­mi­nis­te­ri­um vor­ge­stell­ten Stu­die (PDF). Zuguns­ten der Les­bar­keit im Web wur­de die­se Dar­stel­lung gegen­über dem PDF gekürzt. Bis­her erschie­nen:
  1. Die Burg­gär­ten im Welt­erbe­tal
  2. Was sind über­haupt Burg­gär­ten?
  3. Quel­len und Mate­ria­li­en
  4. Die Burg­an­la­gen im Über­blick
  5. Die bau­li­che Ent­wick­lung der Bur­gen
  6. Wo es Burg­gär­ten gibt
  7. Gar­ten­his­to­ri­sche Epo­chen
  8. Aktu­el­le Situa­ti­on der Burg­gär­ten
  9. Die Beson­der­hei­ten
  10. Was Ent­wick­lungs­zie­le sein könn­ten
  11. Bur­gen und Burg­gär­ten als „Per­len­ket­te“
  12. Bei­spie­le über­ar­bei­te­ter Gär­ten aus aller Welt

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