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Altes schick machen, Historisches neu ausarbeiten: Burggärten im Mittelrheintal

Einfach mehr Grün in die Burggärten, und schon strömen die Massen zur BUGA 2029? So einfach ist das nicht. Die Experten stützen sich bei ihren Empfehlungen für die sogenannte Inwertsetzung der Burggärten im Oberen Mittelrheintal auf zahlreiche Quellen: von der historischen Karte über die zeitgenössische Zeichnung bis hin zu lasergenerierten topographischen Geländeanalysen. Es gilt, das Alte schick zu machen und das Historische neu auszuarbeiten. Die Quellenlage. 

Kategorien relevanter Materialien

Zunächst war im Rahmen der Untersuchung zu klären, welche Materialien für den historischen Nachweis von Burggärten in Frage kommen und entsprechend recherchiert werden sollten. In untenstehender Auflistung sind die relevanten Kategorien von Materialien aufgelistet. Die Liste wurde im Zuge der Recherche mit den beteiligten Institutionen diskutiert und konkretisiert. 

Grundsätzlich sollten Quellen über Burggärten mehrfach bestätigt sein, um einen möglichst glaubhaften Nachweis erbringen zu können. Da Burggärten selbst sehr selten explizit aufgeführt sind und meist nicht Gegenstand (bau-)wissenschaftlicher Untersuchungen waren, ist eine mehrfache Bestätigung nur selten möglich.

Historische Karten/Pläne: Als zeitgenössische Quelle unabdingbar. Karten wurden historisch meist von Geometern/Landvermessern erstellt und daher ist von einer recht hohen Genauigkeit in der Darstellung auszugehen. Herausragendes Beispiel dieser Kategorie sind die Pläne nach Wilhelm Dilich. 

Burg Gutenfels um 1912, Landeshauptarchiv Koblenz.
Burg Gutenfels um 1912, Landeshauptarchiv Koblenz.

Historische Darstellungen: Die Mehrzahl der Darstellungen, insbesondere aus der Zeit der Rheinromantik, sind kaum als veritable Quelle zu verwenden, da die landschaftlichen Bildbestandteile oft überhöht dargestellt wurden. Die dargestellten Elemente sind oftmals stimmig, jedoch in ihrer örtlichen Lage häufig schwierig einzuschätzen. 

Historische Rheinpanoramen: Aufschlussreiche Dokumente zur gesamtheitlichen Wahrnehmung des Rheintals und seiner Entwicklung über die verschiedenen Epochen. Beginnend bereits ab 1811 sind sie zahlreich und vielfältig vorhanden und wurden regelmäßig neu aufgelegt. Aufschlussreiche Aussagen zu Einzelanlagen sind jedoch äußerst selten zu treffen.

Historische Zeichnungen und Skizzen: Hierbei variiert der belegbare Informationsgehalt stark. Skizzenbücher sind meist vor Ort entstanden und wertiger in ihrer Aussage.

Fotos: Sind selten verfügbar, jedoch von hoher Bedeutung, insbesondere die frühen Fotografien ab ca. 1880. Häufiger vorhanden sind sie ab 1920 und vielfach ab 1950 bis Anfang 20. Jh.

Historische Texte: Handelsregister, Briefwechsel bei Grunderwerbsregelungen, Chroniken, Bauakten, Rechnungsbücher erwähnen die Gartenanlagen und die zugehörigen Ländereien. Diese wurden bis auf Ausnahmen nicht im Detail gesichert, liefern allerdings wertvolle Hinweise für eine vertiefende Recherche. Die Verortung der dort beschriebenen Burggärten ist jedoch eingeschränkt zu verwenden. 

Neuzeitliche Unterlagen: Begutachtung bereits vorliegender Planungen mit kritischer Bewertung. Übernahme von bzw. Einarbeitung der Planungen sind im Bericht unter dem Thema „Ziele der Eigentümer“ vermerkt. 

Bauforschung: Aufmaßzeichnungen sind oft vorhanden und für spätere Planungen zu Rate zu ziehen. In der Beurteilung der Freiräume jedoch meist irrelevant. 

Digitale Geländemodelle: Wichtiges Hilfsmittel zur Beurteilung der noch erhaltenen topografischen Relikte. In vielen Fällen kann durch ein noch erkennbares topografisches Relief auf bauliche Fundamente oder nicht mehr sichtbare Wegeverbindungen geschlossen werden. 

Digitale Topografische Karten: Grundlage zur topografischen Verortung, zum eingetragenen Wegenetz und zur verkehrlichen Erschließung. 

GIS Daten: Die Auswertung von GIS-Daten dient zur Beurteilung der naturschutzfachlichen Vorgaben zum Umfeld der Burg, z.B. LANIS. 

Zeitgenössische Reiseberichte: Nicht abgefragt, nur stichprobenhaft getestet, sind als wertvolle weiterführende Quellen zu empfehlen.

Öffentliche Institutionen: 

  • Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) 
  • Ministerium für Wissenschaft,Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz 
  • Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst 
  • Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation 
  • Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz 
  • Landesamt für Denkmalpflege – Hessen 
  • Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal 
  • Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen – VSG 
  • Romantischer Rhein Tourismus GmbH 
  • Rheingau-Taunus Kultur und Tourismus GmbH 
  • Rhein-Nahe Touristik 
  • Rüdesheim Tourist AG 
  • Vertreter des Burgennetzwerkes 

Archive: 

  • Archiv des Europäischen Burgeninstituts der Deutschen Burgenver-einigung e.V. 
  • Archiv der Generaldirektion Kulturelles Erbe – GDKE Mainz 
  • Hauptstaatsarchiv Wiesbaden 
  • Online-Archiv des Landeshauptarchivs Koblenz, Fotos, Karten, usw. 
  • Stadtarchive, z.B.: Stadt Rüdesheim, Bacharach, Bingen 
  • Privatarchive der Eigentümer 
  • Gespräche mit Archivaren als mündliche Quellen 
  • Online-Archive und Datenbanken, wie Dilibri Rheinland Pfalz, LAGIS Hessen, Ebidat, Burgdirekt 
  • Graphische Sammlung der Museumslandschaft Hessen Kassel, Architekturzeichnungen des 17.-20. Jh. 
  • Literatur-Recherche gemäß Quellenverzeichnis 
  • Bildarchiv Foto Marburg der Phi-lipps-Universität Marburg 
  • Architekturmuseum, TU-Berlin 
  • Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt 
  • Eigentümer und Verwalter der Burgen (im Zusammenhang mit der Befragung der Eigentümer/Bestandsaufnahme)

Vorgehensweise bei der Recherche 

Von der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) Rheinland-Pfalz wurden bereits zu Beginn des Projekts wichtige Unterlagen und Quellenhinweise aus früheren Projekten und Untersuchungen zur Verfügung gestellt. Auf dieser Basis konnte die Recherchearbeit inhaltlich tiefer und gezielter erfolgen. Öffentlich zugängliche Archive sowie private Quellen haben zahlreiche, bisher unbekannte Aufschlüsse zu den die Burgen umgebenden Freiräume geliefert. 

Während der Recherche zeigte sich, dass eine einfache Anfrage nach „Gärten“ zu keinen hilfreichen Ergebnissen führte, sondern im Idealfall nach bereits erhaltenen oder vorab gesichteten Hinweisen nachgefragt werden muss. Diese Hinweise wurden vermerkt und es wurde ihnen entsprechend nachgegangen. Manchmal führten sie zu Schlüsselpersonen, die weiteres Material bereitstellen konnten. Der direkte Austausch mit diesen Schlüsselpersonen war zeitintensiv, jedoch notwendig, um an neue Ergebnisse zu gelangen. 

Da viele gesichtete Materialien nur in kopierter Form vorlagen, wurde soweit möglich, nach Originalen gesucht, um diese korrekt im Quellenverzeichnis aufzunehmen. Zur vertiefenden Arbeit ist dies von hoher Bedeutung, da Originalquellen für einen historischen Nachweis von Gärten unabdingbar sind. Die Recherche öffnete immer wieder neue Türen zu privaten und auch öffentlichen Archiven, die aufgrund der ursprünglichen Faktenlage zunächst nicht in das Recherchemuster gefallen wären. 

Neben den historischen Unterlagen wurden auch aktuelle Vermessungsgrundlagen und hoch aufgelöste Orthophotos zur Analyse verwendet. Das Kartenmaterial der DTK5 und DTK25 lieferte inhaltlich keine weiteren Erkenntnisse. Diese waren bei den entsprechenden Behörden in Rheinland-Pfalz und Hessen angefragt und für den Bericht zur Verfügung gestellt worden. In der Aufzählung oben sind die öffentlichen Institutionen, sowie die aufgesuchten Archive, die bei der Recherche einbezogen wurden, aufgeführt. 

Verfügbarkeit von Materialien der einzelnen Burggärten 

Um einen ersten Überblick zu erhalten, wurde zunächst damit begonnen, den einzelnen Burggärten Quellen zuzuordnen. In einer historisch so bedeutenden und einmaligen Kulturlandschaft wie der des Oberen Mittelrheintals kann davon ausgegangen werden, dass es zu jeder Burganlage (wenn auch teilweise nur marginale) Hinweise gibt. Gerade künstlerische Darstellungen des Panoramas der Rheinlandschaft, welche auch die Burgen und ihre Freianlagen abbilden, bieten teilweise ohne erweiterte Erläuterungen zu wenig relevante Informationen, um als bedeutende Quelle gelistet zu werden. Durch diese selbst gesetzte Begrenzung schränkt sich die Quellenlage für die Studie bereits stark ein. Im Ergebnis konnte festgestellt werden, zu welchen Anlagen mit größter Wahrscheinlichkeit keine relevanten Quellen aufgetan werden können. 

Die Tabelle zeigt einen ersten Überblick über die Burgen, zu denen relevante historische Quellen vorhanden sind. 

BurggärtenQuellen vorhanden
1 Mäuseturm
2 Burg KloppX
3 Burg RheinsteinX
4 Burg ReichensteinX
5 Burg SooneckX
6 HeimburgX
7 Sauerburg
8 Ruine Fürstenberg
9 Burg StahlbergX
10 Burg StahleckX
11 Burg Pfalzgrafenstein
12 Burg GutenfelsX
13 Schönburg(X)
14 Burg RheinfelsX
15 Burg ReichenbergX
16 Burg KatzX
17 Burg MausX
18 Burg Liebenstein
19 Burg Sterrenberg
20 Kurfürstliche Burg
21 Schloss LiebeneckX
22 Burg OsterspaiX
23 Schloss PhilippsburgX
24 MarksburgX
25 Schloss Martinsburg
26 Burg LahneckX
27 Schloss StolzenfelsX
28 Kurfürstliches SchloßX
29 Alte Burg
30 Festung Ehrenbreitstein
31 Großfestung
32 Marktburg HE
33 Boosenburg HE
34 Brömserburg HEX
35 Ruine Rossel HEX
36 Ruine Ehrenfels HE
37 Burg Rheinberg HE
38 Burg Waldeck HE
39 Ruine Nollig HE

Hindernisse und Schwierigkeiten bei der Recherche 

Die oft auf direkten und persönlichen Hinweisen aufbauende Recherche hat ergeben, dass die Materialien in verschiedenen öffentlichen und privaten Archiven geografisch im Mittelrheintal verstreut liegen und ihnen dementsprechend jeweils nachgegangen werden musste. Soweit möglich wurde die Recherche strukturiert angegangen, sie musste jedoch an neue Erkenntnisse immer wieder angepasst werden. Da die Freianlagen und die umgebende Landschaft oft nur als Randthema der Burganlage behandelt wurden, konnte die Mehrzahl an Hinweisen nur aus generellen und allgemeineren Quellen bezogen werden, die wiederum nur sehr selten in burgspezifischen Archiven zu finden waren. Bei der Entwicklung der Burgen und deren Freianlagen ist die Betrachtung des Oberen Mittelrheintals als Gesamtensemble zur Beurteilung unabdingbar. 

Aufbereitung der recherchierten Materialien 

Historische Karten und Abbildungen am Beispiel Burg Rheinfels Landtafel nach Dillich (Aufmaß 1607/08).
Historische Karten und Abbildungen am Beispiel Burg Rheinfels Landtafel nach Dillich (Aufmaß 1607/08).

Um vollen Nutzen aus den recherchierten Materialien ziehen zu können, mussten diese weiter aufbereitet werden. Digitale Methoden, nach dem aktuellen Stand der Technik, wurden hierfür eingesetzt, um weiterführende Ergebnisse zu generieren. 

Die während der Recherchephase als wertvoll eingestuften Unterlagen wurden daher zur Aufbereitung ausgewählt. Wertvolle Unterlagen sind Quellen, denen eine möglichst realitätsnahe Abbildung des historischen Zustands zuzutrauen ist. Für die Zwecke des Rahmenkonzepts müssen diese ebenfalls einen aussagekräftigen Teil der Burggärten darstellen. Von dem gefundenen Material kam daher nur ein kleiner Teil zur weiteren Aufbereitung in Frage. 

Zur Vorbereitung der Bestandsaufnahme wurden als Primärquelle vorhandene Planunterlagen herangezogen, als Sekundärquellen Abbildungen und Zeichnungen. Luftbilder dienten als Unterlage, diese Pläne genauer auf der IST-Situation zu verorten. Diese wurden digital überlagert, um den historischen Bestand auf die aktuelle Situation zu projizieren. 

Markierte Gartenanlagen: Wetzel Plan (1753).
Markierte Gartenanlagen: Wetzel Plan (1753).
Aktuelles Luftbild der Burg Rheinfels mit Darstellung der Gartenanlagen nach dem Wetzel-Plan.
Aktuelles Luftbild der Burg Rheinfels mit Darstellung der Gartenanlagen nach dem Wetzel-Plan.

Topografische Geländeanalysen

Über die Archivrecherche hinaus wurden digitale topografische Geländeanalysen durchgeführt. Die Anwendung basiert auf digitalen Punktwolken und ermöglichte die Gewinnung von Erkenntnissen, die durch reine Archivrecherche nicht möglich gewesen wäre. Die Punktwolken wurden am Computer eingelesen und zu einem Mesh-Netz transformiert. Die Basiseinstellung dieses Netzes bildet ein topografisches Modell ab wie in der Grafik dargestellt. Die Rasterweite von 1 m wird nach mehreren Versuchen für diese Anwendung als optimal angesehen. Modelle dieser Größenordnung bleiben für die aktuelle Rechnerleistung hantierbar und bieten gleichzeitig schon einen ausreichend hohen Detaillierungsgrad. Überwachsene Wege, historische Gebäudeplatzierungen und topografische Spuren können in diesem Detaillierungsgrad gefunden werden.

Projektspezifisch eingefärbtes topografisches Modell am Beispiel der Burg Rheinfels.
Projektspezifisch eingefärbtes topografisches Modell am Beispiel der Burg Rheinfels.
Einfärbung des Geländes im Verlauf mit den Schlüs-selindikatoren 6°/ 20° / 60 ° Gefälleneigung. Bis 6 ° Gefälle ist grundsätzlich eine barrierefrei Erschließung möglich. Bis 20 ° eine noch sinnvolle Erschließung für den geübten Wanderer und ab 60 ° ist eine Erschlie-ßung nicht mehr zu empfehlen.
Einfärbung des Geländes im Verlauf mit den Schlüsselindikatoren 6°/20°/60° Gefälleneigung. Bis 6° Gefälle ist grundsätzlich eine barrierefrei Erschließung möglich. Bis 20° eine noch sinnvolle Erschließung für den geübten Wanderer und ab 60° ist eine Erschließung nicht mehr zu empfehlen.

Diese Analysen konnten für alle Burgen im rheinlandpfälzischen Teil des Oberen Mittelrheintals erstellt werden. Aufgrund der zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Berichts fehlenden Punktwolken der hessischen Burgen, konnten diese noch nicht ausgewertet werden.

Dies wird im Rahmen weiterführender Arbeit empfohlen. Die Ergebnisse dieser Analysen sind in den Burgenportraits dargestellt und in den Übersichtstabellen des Rahmenkonzepts eingearbeitet. Eine im Rahmen dieser Arbeit nicht durchgeführte Analyse ist die des Geo- radars (siehe rechts).

Hierbei werden zusätzlich zum Oberflächenscan auch tiefere Bodenschichten untersucht und unterschiedliche Zustände der Verdichtung können abgelesen werden. Im unten gezeigten Beispiel wurde die historische Parkanlage eindrücklich sichtbar gemacht. Diese Untersuchung ist für den Einzelfall zu prüfen.

Georadar der Landgräflichen Gartenlandschaft Bad Homburg, Kleiner Tannenwald
Georadar der Landgräflichen Gartenlandschaft Bad Homburg, Kleiner Tannenwald.
Historischer Plan am Beispiel der Landgräflichen Gartenlandschaft Bad Homburg, Kleiner Tannenwald
Historischer Plan am Beispiel der Landgräflichen Gartenlandschaft Bad Homburg, Kleiner Tannenwald

Einschätzung der Materialien für die Erfassung und Analyse der Burggärten

Zu Beginn des Projekts waren Umfang und Qualität der zu erwartenden Unterlagen noch sehr unklar. Auch in Expertenkreisen wurde angezweifelt, dass bedeutende Unterlagen zu finden seien, oder neue Erkenntnisse gewonnen werden könnten. Eine Erklärung für diese Annahme kann sein, dass die Burgen bisher kaum aus freiraumplanerischer Sicht betrachtet wurden. Die bedeutendste Ausnahme stellen die historisch belegten Freianlagen des Schlosses Stolzenfels dar, die durch den namhaften Land-schaftsarchitekten Peter-Joseph Lenné gestaltet wurden. Im Rahmen der BUGA 2011 Koblenz wurden die Freianlagen auf Basis des eigens dafür erstellten Parkpflegewerks saniert.

Die Untersuchungen haben ergeben, dass das Einbeziehen und die Gestaltung der Freianlagen bis hin zur umgebenden Landschaft im Burgenbau, insbesondere aber bei deren Wiederaufbau zu Zeiten der Rheinromantik eine bedeutende und tragende Rolle gespielt haben. Verschiedenste Quellen belegen dies und können zur vertiefenden Analyse und Planung herangezogen werden. Dabei spielt die Bedeutung der jeweiligen Burg bereits zu Ihrer Entstehungszeit eine wichtige Rolle und hat große Auswirkung darauf, ob Freianlagen dokumentiert wurden.

Regelmäßiger dokumentiert sind Flächen für die Jagd, forstliche und landwirtschaftliche Flächen, insbesondere auch zur Eigenversorgung sowie Erschließungsflächen.

Flächen, die vorrangig der Freizeitgestaltung dienen, sind erst ab dem Wiederaufbau dokumentiert, vor allem, wenn Burgen durch bürgerliche oder Industriellenfamilien als Familienwohnsitz wiederaufgebaut wurden.

Übergreifend lässt sich sagen, dass es bei den Unterlagen zu den einzelnen Burgen große Diskrepanzen bezüglich ihrer Qualität und ihrer Quantität gibt.

Fazit und Empfehlungen

Um eine erfolgreiche Recherche zu ermöglichen, war ein intensiver Austausch mit den Burgeigentümern, Verwaltern und Akteuren erforderlich. Da die Beteiligten selbst meist am Thema interessiert sind oder schon mit Interessierten in Kontakt stehen, konnten hier viele Informationen gewonnen werden. Die in den Hauptarchiven zur Verfügung stehenden Materialien waren ein wertvoller Fundus. Die häufig nicht der jeweiligen Burg spezifisch zugeordneten Informationen ergaben oft neue Erkenntnisse zu den Freianlagen, zum Beispiel zu der Auffindung von historischen Zuwegungen, Gartenanlagen oder Bauwerken.

Die oben vorgestellten Analysemethoden nach modernster Technik sind bei vertiefender Untersuchung der Materialien weiter zu präzisieren. Die ständig fortschreitende Entwicklung solcher Techniken, insbesondere durch Laserscanning, Georadar und auch Orthofotos, ermöglichen diese Methoden in Zukunft auch weiter zu detaillieren.

Die hier vorliegende Recherche ist bereits sehr detailliert, kann dennoch nicht als abschließend angesehen werden. Die weitere Recherche sollte jedoch erst im Zusammenhang mit der Erstellung von Entwicklungskonzepten für die einzelnen Burganlagen erfolgen. Die im Bericht vorgestellten Informationen geben deutlich Aufschluss darüber, bei welchen Anlagen eine grundsätzliche bzw. eine vertiefende Recherche empfohlen wird.

  • Unsere Serie widmet sich den Burggärten im Welterbe Oberes Mittelrheintal auf Basis der 2019 vom rheinland-pfälzischen Innenministerium vorgestellten Studie (PDF). Zugunsten der Lesbarkeit im Web wurde diese Darstellung gegenüber dem PDF gekürzt. Bisher erschienen:
  1. Die Burggärten im Welterbetal
  2. Was sind überhaupt Burggärten?
  3. Quellen und Materialien
  4. Die Burganlagen im Überblick
  5. Die bauliche Entwicklung der Burgen
  6. Wo es Burggärten gibt
  7. Gartenhistorische Epochen
  8. Aktuelle Situation der Burggärten
  9. Die Besonderheiten
  10. Was Entwicklungsziele sein könnten
  11. Burgen und Burggärten als „Perlenkette“
  12. Beispiele überarbeiteter Gärten aus aller Welt

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