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28 Kommunen reichten Flächen für die BUGA ein

Für ein atmo­sphä­ri­sches und iden­ti­täts­ge­bun­de­nes Kon­zept in Aus­stel­lung und Struk­tur wur­den die Zweck­ver­bands­kom­mu­nen ein­be­zo­gen. In einem umfang­rei­chen Auf­ruf soll­ten mög­li­che Flä­chen­bau­stei­ne iden­ti­fi­ziert wer­den. Die Mit­hil­fe der Regi­on war gefragt.

R(hein)blick-Stele in Brey mit der Marksburg im Hintergrund. (Foto: Piel media)
R(hein)blick-Stele in Brey mit der Marks­burg im Hin­ter­grund. (Foto: Piel media)

Auch bei einer dezen­tra­len Gar­ten­schau muss das not­wen­di­ge Aus­stel­lungs- und Ver­an­stal­tungs­pro­gramm einer BUGA gewähr­leis­tet wer­den. Damit geht ein­her, dass Flä­chen für die­se iden­ti­fi­ziert wer­den müs­sen, die es in der topo­gra­fisch beweg­ten Gebiets­ku­lis­se des Obe­ren Mit­tel­rhein­ta­les nicht in Hül­le und Fül­le gibt.

Unter Mit­hil­fe der Regi­on soll­ten für die BUGA 2029 ver­füg­ba­re Flä­chen ermit­telt wer­den. Daher wur­den Anfang Juli 2017 durch die Autoren der Mach­bar­keits­stu­die Ein­la­dun­gen zur Flä­chen­ein­rei­chung an die Ver­bands­ge­mein­den und Städ­te des Obe­ren Mit­tel­rhein­tals ver­sandt. Über die­se wur­den alle Kom­mu­nen des Welt­erbe-Gebie­tes gebe­ten, pro Orts­ge­mein­de oder Stadt­teil maxi­mal zwei Flä­chen­vor­schlä­ge ein­zu­rei­chen. Die­se Flä­chen soll­ten mög­lichst grö­ße­re zusam­men­hän­gen­de Grün­flä­chen bzw. Frei­räu­me sein, die für den Zeit­raum der BUGA ein­ge­frie­det wer­den kön­nen.

Anhand einer Online-Umfrage wurden pro Fläche Merkmale abgefragt:

  • Kar­ten­aus­schnitt und Ver­or­tung der Flä­che und Anga­be der geo­gra­fi­schen Koor­di­na­ten
  • Tech­nisch-bau­li­che Rah­men­be­din­gun­gen
    • Flä­chen­grö­ße
    • Aus­deh­nung
    • Zusammenhängende/getrennte Flä­chen­struk­tur
    • Mög­lich­keit der Ein­frie­dung
    • Erschlie­ßung für Ver- und Ent­sor­gung
    • Flie­gen­de Bau­ten
    • Topo­gra­fie
    • Ober­flä­chen­be­schaf­fen­heit
    • Bebau­ung
    • Alt­las­ten
    • Vor­nut­zun­gen
  • Erreich­bar­keit
    • Auto­bahn­an­schluss
    • Zubrin­ger­stra­ße
    • Bahn­hal­te­punkt
    • Schiffs­an­le­ger
  • Stand­ort-Authen­ti­zi­tät
    • Eig­nung als Aus­stel­lungs­flä­che
  • Tourismuspotenzial/Öffentlichkeitswirksamkeit
    • Größ­te Ver­an­stal­tung im Jahr
    • Größ­te Besu­cher­at­trak­ti­on
    • Tou­ris­ti­sches Poten­zi­al
  • Wirt­schaft­lich-recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen
    • Eigen­tums­ver­hält­nis
    • Erklä­rung zum Eigen­tums­ver­hält­nis
    • Nach­nut­zung
    • Bestehen­de Miet- oder Nut­zungs­ver­trä­ge
    • Pla­nungs­recht­li­che Restriktionen/Auflagen
Flächenmeldungen  beidseitig des Rheins im Welterbe-Gebiet. (IIllustration © RMP/R&C)
Flä­chen­mel­dun­gen beid­sei­tig des Rheins im Welt­erbe-Gebiet. (IIl­lus­tra­ti­on © RMP/R&C)

28 Kommunen reichten Flächenvorschläge ein

Auel, Bacha­rach, Bin­gen, Bop­pard, Bor­nich, Brau­bach, Brey, Fil­sen, Kamp­Born­ho­fen, Kaub, Kes­tert, Koblenz, Lahn­stein, Lorch, Nie­der­heim­bach, Nochern, Ober­die­bach, Ober­we­sel, Oster­spai, Rhens, Rüdes­heim, Spay, St. Goar, St. Goar­shau­sen, Trech­t­ing­s­hau­sen, Urbar, Wald­al­ges­heim und Wie­bels­heim.

Ins­ge­samt wur­den 70 Flä­chen vor­ge­schla­gen, die von Koblenz bis Bin­gen / Rüdes­heim in allen drei Tal­ab­schnit­ten ver­or­tet sind. Die Band­brei­te der Vor­schlä­ge reich­te nicht nur für eine Nord-Süd-Aus­deh­nung. Mit Nen­nung von Flä­chen der Höhen- wie Tal­ge­mein­den ist wei­test­ge­hend für die gesam­te Welt­erbe-Kulis­se ein Puz­zle von Flä­chen exis­tent. Für 44 Flä­chen wur­den Erklä­run­gen zum Eigen­tums­ver­hält­nis abge­ge­ben, sodass sie nach heu­ti­gem Stand bei der Mach­bar­keits­stu­die berück­sich­tigt wer­den kön­nen.

Um die ein­ge­reich­ten Flä­chen zu bewer­ten, wur­de eine Aus­wahl­ma­trix ent­wi­ckelt, die mit­hil­fe defi­nier­ter Kri­te­ri­en eine Ana­ly­se und Klas­si­fi­zie­rung der Ein­zel­flä­chen ermög­lich­te. Die Kri­te­ri­en der Matrix wur­den im vori­gen Kapi­tel detail­liert erläu­tert. Neben der quan­ti­ta­ti­ven Ana­ly­se von Flä­chen­grö­ße und Ober­flä­chen­be­schaf­fen­heit war vor allem eine Qua­li­täts­prü­fung not­wen­dig, wel­che die Kri­te­ri­en der Ver­net­zung, Erreich­bar­keit und auch Wirt­schaft­lich­keit in den Vor­der­grund stell­te. Den­noch stellt die­se Bewer­tungs­ma­trix auch nur eine Basis für die fina­le Flä­chen­be­wer­tung dar. Schließ­lich gilt es nicht nur Ein­zel­kom­po­nen­ten zu bewer­ten, son­dern eine Gesamt­kom­po­si­ti­on zu ent­wi­ckeln. Inso­fern war ein sub­jek­ti­ver Abgleich der Ergeb­nis­se der Matrix mit den Erwar­tun­gen an die Kon­zep­ti­on not­wen­dig und führ­te zwangs­läu­fig zu einer ande­ren Gewich­tung in der rele­van­ten, vor­erst abschlie­ßen­den Flä­chen­be­wer­tung und ‑ein­ord­nung.

Am 7. Okto­ber 2017 wur­den im 4. Work­shop wäh­rend einer Schiffs­fahrt den Bür­ger­meis­tern/-innen, Bei­geord­ne­ten, Land­rä­ten und Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den der Zweck­ver­bands-Mit­glie­der die ein­ge­reich­ten Flä­chen und deren Aus­wahl­ver­fah­ren prä­sen­tiert.

Ins­ge­samt wur­den Flä­chen vor­ge­schla­gen, die von Koblenz bis Bingen/Rüdesheim in allen drei Tal­ab­schnit­ten ver­or­tet sind. Stellt man die­se Flä­chen auf der Über­sichts­kar­te zusam­men, errei­chen die Vor­schlä­ge das gesteck­te Ziel: Neben einer Abde­ckung von Höhen- und Tal­ge­mein­den ist wei­test­ge­hend für die gesam­te Welt­erbe-Kulis­se ein Puz­zle von Flä­chen exis­tent.

Die mit Abga­be der Mach­bar­keits­stu­die vor­lie­gen­de Flä­chen­aus­wahl ist im lau­fen­den BUGA-Pro­zess wei­ter zu veri­fi­zie­ren und vor dem Hin­ter­grund sich wan­deln­der Ansprü­che und Gege­ben­hei­ten wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Aus­stel­lungs­stand­or­te und deren Ein­bin­dung sind über Werk­statt­ver­fah­ren und Gestal­tungs­wett­be­wer­be abschlie­ßend zu defi­nie­ren. Um die Impuls­wir­kung zu ver­voll­stän­di­gen, sind neben den zen­tra­len Flä­chen­bau­stei­nen wei­te­re Pro­jekt­bau­stei­ne fest­zu­le­gen, die durch­aus auf den Ergeb­nis­sen des Flä­chen­checks auf­bau­en kön­nen. Dies kön­nen dezi­dier­te Ein­zel­maß­nah­men, aber auch not­wen­di­ge Moder­ni­sie­run­gen und Revi­ta­li­sie­run­gen einer Kulis­se sein. Von größ­ter Bedeu­tung in die­sem Zusam­men­hang ist, dass wei­ter­hin kei­ne infla­tio­nä­re Struk­tur­po­li­tik betrie­ben wird, son­dern gezielt aus­ge­wähl­te und dem Gesamt­kon­zept ange­mes­se­ne Pro­jek­te umge­setzt wer­den sol­len.

Zusammenfassung

Mit dem Flä­chen­auf­ruf, der Anfang Juli 2017 an die Ver­bands­ge­mein­den und Städ­te des Obe­ren Mit­tel­rhein­ta­les gerich­tet wur­de, war auch das Enga­ge­ment der Regi­on gefragt. Die Städ­te und Kom­mu­nen reich­ten ins­ge­samt 44 nutz­ba­re Flä­chen­vor­schlä­ge ein. Die­se wur­den durch die Autoren der Mach­bar­keits­stu­die gesam­melt und bewer­tet. Die Ergeb­nis­se sind in die Flä­chen­kon­zep­ti­on ein­ge­flos­sen. Wei­te­re Veri­fi­zie­run­gen im Pro­zess bis 2029 sind nicht aus­ge­schlos­sen, son­dern gefragt. Der­zeit nicht berück­sich­tig­te Flä­chen­vor­schlä­ge wer­den im Nach­gang der Mach­bar­keits­stu­die auf ihre Poten­zia­le hin wei­ter­ge­hend unter­sucht.

  • In unse­rer Serie beleuch­ten wir auf Basis der Mach­bar­keits­stu­die (PDF 2031, Ergän­zung 2029) die Mög­lich­kei­ten und Aus­wir­kun­gen der Bun­des­gar­ten­schau 2029 im Obe­ren Mit­tel­rhein­tal. Bis­her erschie­nen:
  1. Fami­lie Schmidt besucht die BUGA
  2. Impul­se für das Obe­re Mit­tel­rhein­tal
  3. So war es bei der Lan­des­gar­ten­schau 2008 in Bin­gen
  4. So war es bei der Bun­des­gar­ten­schau 2011 in Koblenz
  5. So war es bei der Bun­des­gar­ten­schau 2015 in der Havel­re­gi­on
  6. Eine dezen­tra­le BUGA – geht das?
  7. Beson­der­hei­ten und Poten­zia­le
  8. Land­schaft: Was­ser, Wald, Fels und Wein
  9. Die Wie­ge des Tou­ris­mus
  10. Infra­struk­tur: Fluch und Segen zugleich
  11. Orts- und Regio­nal­ent­wick­lung
  12. Das Unesco-Welt­erbe
  13. Orga­ni­sa­ti­ons­mo­dell und Pla­nungs­pro­zess
  14. Par­ti­zi­pa­ti­on
  15. Pla­nungs­grund­la­gen
  16. Ziel- und Erfolgs­kri­te­ri­en
  17. Flä­chen­mel­dung und Ein­ord­nung
  18. Leit­li­ni­en
  19. Ver­bund­räu­me
  20. Auf dem Rhein
  21. Das gan­ze Tal bespie­len
  22. Kon­zept für die BUGA 2029
  23. Qua­li­fi­zie­rung und Aus­wahl von Schwer­punkt­stand­or­ten und ‑pro­jek­ten
  24. Stand­or­te im Nörd­li­chen Tal
  25. Stand­or­te im Zen­tra­len Tal
  26. Stand­or­te im Süd­li­chen Tal
  27. Mobi­li­täts­kon­zept
  28. Ver­an­stal­tungs­kon­zept
  29. Tou­ris­ti­sche Infra­struk­tur
  30. Wei­te­re Pro­jekt­ide­en
  31. Was bleibt?

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