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Partizipation – wer mitwirkt, trägt auch mit

Die Basis für den Erfolg der BUGA 2029 bil­den die Men­schen im Obe­ren Mit­tel­rhein­tal. Sie mit­zu­neh­men, ihr Wis­sen zu nut­zen und ihre Kraft zu bün­deln, ist eine Kern­auf­ga­be auf dem Weg zur Gar­ten­schau auf 67 Rhein­ki­lo­me­tern.

BUGA-Work­shop in Ober­we­sel – gemein­sa­me Aktio­nen stär­ken den Zusam­men­halt.
(Foto: RMP)

Wer mit­wirkt, trägt auch mit. Das steht als Prin­zip hin­ter einem umfang­rei­chen Betei­li­gungs­pro­zess, der bereits mit der Bear­bei­tung der Mach­bar­keits­stu­die begon­nen hat und über die kom­men­den 14 Jah­re inten­siv fort­ge­führt wer­den soll. Denn je mehr Trä­ger, des­to mehr kann bewegt wer­den. Und etwas in Bewe­gung zu set­zen, für die Men­schen, die im Obe­ren Mit­tel­rhein­tal leben, ist Ziel des Jahr­hun­dert­pro­jekts BUGA 2029.

Loka­le Akteu­re müs­sen in zwei Rich­tun­gen ein­be­zo­gen wer­den.

Die Rich­tung die­ser Bewe­gung zu beein­flus­sen, ihre Geschwin­dig­keit zu bestim­men und ihre Brei­te zu erwei­tern – dabei sol­len loka­le Akteu­re und Insti­tu­tio­nen, Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ganz ent­schei­dend mit­hel­fen. Dabei muss die­ser Mit­wir­kungs­pro­zess immer in zwei Rich­tun­gen zei­gen: zum einen jene infor­mie­ren, über­zeu­gen und bes­ten­falls begeis­tern, in deren Tal die Groß­ver­an­stal­tung BUGA 2029 über die Büh­ne geht.

Zum ande­ren sol­len die Kennt­nis­se die­ser Exper­ten hel­fen, das Kon­zept der BUGA 2029 immer wei­ter zu ver­bes­sern. Denn nie­mand kennt das Rhein­tal genau­er als sei­ne Bewoh­ner. Mit ihrer Hil­fe und durch ihre Anre­gun­gen kann die Gar­ten­schau den jewei­li­gen Spiel­ort wider­spie­geln – die Men­schen wer­den sich in ihr wie­der­fin­den und mit »Haut und Haa­ren« hin­ter ihr ste­hen.

Work­shop im Kul­tur­haus Ober­we­sel. (Foto: RMP)

Die­se Iden­ti­fi­ka­ti­on wird nur ent­ste­hen, wenn mög­lichst vie­le Men­schen das Gefühl erhal­ten, dass die BUGA 2029 auch für sie ganz per­sön­lich einen Nut­zen brin­gen wird. Einen Gewinn, der die sicher­lich auch abzu­ver­lan­gen­den Mühen, die Belas­tun­gen für die öffent­li­chen Haus­hal­te oder auch nur even­tu­el­len Bau­lärm im Zuge der Vor­be­rei­tun­gen auf­wiegt, ja bes­ser noch deut­lich über­wiegt.

Schaf­fen kann das eine BUGA, das haben schon vie­le Gar­ten­schau­en bewie­sen. Allen vor­an die beein­dru­ckend erfolg­rei­che ers­te BUGA im Mit­tel­rhein­tal, die von 3,6 Mil­lio­nen Besu­chern gefei­er­te Bun­des­gar­ten­schau 2011 in Koblenz. Aber es braucht Struk­tu­ren und Pro­zes­se, die dafür sor­gen, dass der wech­sel­sei­ti­ge Trans­fer von Wis­sen für und über die BUGA in Gang kommt.

Der Anfang ist gemacht

Die Wei­chen für den Erfolg wer­den ganz am Anfang gestellt.

Schon für die Erar­bei­tung der Kon­zep­ti­on einer BUGA 2029 im Rah­men der Vor­stu­die und der Mach­bar­keits­stu­die war es unab­ding­bar, einen Par­ti­zi­pa­ti­ons­pro­zess ins Rol­len zu brin­gen, denn die Wei­chen für den Erfolg wer­den ganz am Anfang gestellt. Dazu wur­den ver­schie­de­ne Betei­li­gungs­for­ma­te ein­ge­setzt: Work­shops, Exper­ten­ge­sprä­che, Ein­zel­ge­sprä­che und Tele­fon­in­ter­views. Sie dien­ten dazu, grund­le­gen­de State­ments, Ein­schät­zun­gen, Daten und Fak­ten zu sam­meln, auf denen die kon­zep­tio­nel­len Ansät­ze der Mach­bar­keits­stu­die fun­diert auf­ge­baut wer­den konn­ten.

Was geschah bis­her kon­kret? Am Anfang der Mach­bar­keits­stu­die stand die Grün­dung einer Len­kungs­grup­pe. Sie hat­te die Auf­ga­be, die Öffent­lich­keits- und Betei­li­gungs­ar­beit zu koor­di­nie­ren und zu steu­ern. Die Len­kungs­grup­pe, bestehend aus der Ent­wick­lungs­agen­tur Rhein­land-Pfalz e. V., RMP Ste­phan Len­zen Land­schafts­ar­chi­tek­ten und der ift Frei­zeit- und Tou­ris­mus­be­ra­tung GmbH, führ­te im Rah­men der Erar­bei­tung der Mach­bar­keits­stu­die drei Bür­ger­work­shops, fünf Exper­ten­ge­sprä­che, zahl­rei­che Ein­zel­ge­sprä­che und einen Abschluss­work­shop durch.

Bürgerworkshops mit guter Beteiligung

Die Bür­ger­work­shops fan­den an unter­schied­li­chen Orten im Obe­ren Mit­tel­rhein­tal statt, um mög­lichst vie­le Bür­ger, Insti­tu­tio­nen und Ver­ei­ne zu errei­chen. Mode­riert wur­den sie von dem erfah­re­nen Media­tor Mar­tin See­bau­er von der SWUP GmbH Land­schafts­ar­chi­tek­tur, Stadt­pla­nung und Media­ti­on, Ber­lin.

Erster Bürgerworkshop in St. Goar

Beim ers­ten Work­shop am 22. April 2017 in St. Goar wur­den Ide­en und Visio­nen für die BUGA gesam­melt – in Form eines Ide­en­mark­tes. The­men­schwer­punk­te waren die Orts- und Regio­nal­ent­wick­lung, Tou­ris­mus und Frei­zeit sowie das BUGA-Pro­gramm und die Gast­ge­ber­or­te. Dabei ging es eben­so um eher prak­ti­sche Fra­gen: Wel­che Ange­bo­te sol­len mit dem BUGA­Ti­cket erleb­bar sein? Außer­dem um sol­che eher grund­sätz­li­cher Natur: Wie soll unse­re Hei­mat in 14 Jah­ren aus­se­hen und was kann die BUGA für die Regi­on bewir­ken?

Zweiter Bürgerworkshop in Oberwesel

Der zwei­te Work­shop am 13. Mai 2017 in Ober­we­sel stand im Zei­chen der Fra­ge, wel­che Aus­stel­lun­gen und Ver­an­stal­tun­gen in den drei bereits in der Vor­stu­die defi­nier­ten Tal­ab­schnit­ten statt­fin­den könn­ten.

Dritter Bürgerworkshop in Boppard

Der drit­te Work­shop am 20. Mai 2017 in Bop­pard nahm die Zeit nach der BUGA in den Fokus: Wel­che blei­ben­den Ver­än­de­run­gen schafft sie etwa bei Sied­lungs­ent­wick­lung und Sanie­rung oder bei der tou­ris­ti­schen Infra­struk­tur?

Vierter Workshop Schifffahrt zwischen Koblenz und Rüdesheim

Der vier­te Work­shop am 7. Okto­ber 2017 dien­te der Prä­sen­ta­ti­on der Ergeb­nis­se, die die bear­bei­ten­den Büros aus dem zuvor erlang­ten Input destil­liert hat­ten. Die Ent­wick­lungs­agen­tur Rhein­land-Pfalz hat­te dazu die Bür­ger­meis­ter, Bei­geord­ne­ten, Land­rä­te und Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den der Mit­glieds­kom­mu­nen des Zweck­ver­bands Welt­erbe Obe­res Mit­tel­rhein­tal zu einer Schiff­fahrt zwi­schen Koblenz und Bin­gen / Rüdes­heim ein­ge­la­den, um sprich­wört­lich im Ange­sicht ihres Ortes die Visi­on der BUGA zu skiz­zie­ren.

Umfangreiches Expertenwissen eingesammelt

Expertenrunden Mobilität in Kaub und Dörscheid

Zu den Ergeb­nis­sen tru­gen selbst­ver­ständ­lich auch die Erkennt­nis­se aus den ins­ge­samt fünf Run­den mit Exper­ten unter­schied­lichs­ter Fach­rich­tun­gen bei. Dabei ging es im Mai in der Jugend­her­ber­ge Kaub um das The­ma Mobi­li­tät. Ihr Know­how stell­ten Mobi­li­täts­for­scher, Anla­gen­pla­ner sowie Ver­tre­ter des Was­ser­schiff­fahrts­am­tes und des Ver­kehrs­ver­bun­des Rhein-Mosel zur Ver­fü­gung. Das The­ma Mobi­li­tät auf dem Was­ser wur­de bei einer eige­nen Run­de am 6. Sep­tem­ber 2017 gemein­sam mit Schiff­fahrts- und Fähr­be­trei­bern ver­tieft.

Expertenrunde Tourismus in Lorch

Um den Tou­ris­mus ging es im Juni 2017 in Lorch. Teil­neh­mer waren u. a. die Rhein­land-Pfalz Tou­ris­mus GmbH, die Roman­ti­scher Rhein Tou­ris­mus GmbH, die Gene­ral­di­rek­ti­on Kul­tu­rel­les Erbe Rhein­land-Pfalz sowie meh­re­re Win­zer.

Expertenrunde Wohnen und Regionalentwicklung in Boppard

Woh­nen und Regio­nal­ent­wick­lung stan­den im Fokus des Exper­ten­hea­rings am 22. Juni 2017 in Bop­pard. Hier nah­men u. a. Ver­tre­ter des Zweck­ver­ban­des Welt­erbe Obe­res Mit­tel­rhein­tal, der Wirt­schafts­för­de­rungs-Gesell­schaft Rhein­Lahn mbH teil.

Expertenrunde Welterbe in Koblenz

Um die Welt­erbe-Ver­träg­lich­keit ging es am 25. Juli 2017 in Koblenz, unter Betei­li­gung der ICOMOS Moni­to­ring-Grup­pe, des Zweck­ver­bands, des rhein­land­pfäl­zi­schen Innen­mi­nis­te­ri­ums sowie der hes­si­schen Minis­te­ri­en für Wirt­schaft und Umwelt. Dar­über hin­aus fan­den Ein­zel­ge­sprä­che u. a. mit der Geschäfts­füh­rung der Deut­schen Bun­des­gar­ten­schau-Gesell­schaft GmbH, der BUGA Heil­bronn 2019 GmbH und Ver­tre­tern ver­schie­de­ner Minis­te­ri­en statt.

Freundeskreis

So kann es wei­ter­ge­hen

Der 2016 gegrün­de­te BUGA-Freun­des­kreis wird sich pro­fes­sio­na­li­sie­ren und zahl­rei­che Ange­bo­te zur Mit­ar­beit zwi­schen 2018 und über das BUGA-Jahr hin­aus ent­wi­ckeln müs­sen.

Bürgerbeirat

Mit der Grün­dung des Bür­ger­bei­ra­tes am 15. August 2017 wur­de der ers­te Schritt zur Fort­füh­rung der Arbeit an der BUGA getan. Hier enga­gie­ren sich Schü­ler, jun­ge Erwach­se­ne, jun­ge Eltern, Gas­tro­no­men und wei­te­re Akteu­re ehren­amt­lich und sor­gen so dafür, einen vita­len Par­ti­zi­pa­ti­ons­pro­zess und damit auch eine Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der BUGA im Obe­ren Mit­tel­rhein­tal zu mani­fes­tie­ren. Der Bei­rat soll in die Vor­be­rei­tung von Bür­ger­infor­ma­tio­nen und wei­te­rer Betei­li­gungs­for­ma­te ein­ge­bun­den wer­den.

Neue Organisationsform testen

Hilf­reich wären neue Ange­bo­te an den zahl­rei­chen Schnitt­stel­len zwi­schen BUGA-Ver­ant­wort­li­chen und bür­ger­schaft­li­chen Akteu­ren, wie sie mit dem US-Modell des »Com­mu­ni­ty Orga­ni­zing (CO)« ent­wi­ckelt wur­den. Dazu will die Ent­wick­lungs­agen­tur Rhein­land-Pfalz einen Modell­ver­such star­ten.

Zusammenfassung

Der Erfolg der BUGA 2029 wird ganz wesent­lich davon abhän­gen, dass die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger des Obe­ren Mit­tel­rhein­tals die­ses Pro­jekt als das ihre ver­ste­hen und sich aktiv in sein Gelin­gen ein­brin­gen. Die­ses Bewusst­sein zu schaf­fen, ist Auf­ga­be eines umfang­rei­chen Betei­li­gungs­pro­zes­ses, der bereits im Rah­men der Erstel­lung der Mach­bar­keits­stu­die begon­nen hat und inten­siv fort­zu­füh­ren ist.

  • In unse­rer Serie beleuch­ten wir auf Basis der Mach­bar­keits­stu­die (PDF 2031, Ergän­zung 2029) die Mög­lich­kei­ten und Aus­wir­kun­gen der Bun­des­gar­ten­schau 2029 im Obe­ren Mit­tel­rhein­tal. Bis­her erschie­nen:
  1. Fami­lie Schmidt besucht die BUGA
  2. Impul­se für das Obe­re Mit­tel­rhein­tal
  3. So war es bei der Lan­des­gar­ten­schau 2008 in Bin­gen
  4. So war es bei der Bun­des­gar­ten­schau 2011 in Koblenz
  5. So war es bei der Bun­des­gar­ten­schau 2015 in der Havel­re­gi­on
  6. Eine dezen­tra­le BUGA – geht das?
  7. Beson­der­hei­ten und Poten­zia­le
  8. Land­schaft: Was­ser, Wald, Fels und Wein
  9. Die Wie­ge des Tou­ris­mus
  10. Infra­struk­tur: Fluch und Segen zugleich
  11. Orts- und Regio­nal­ent­wick­lung
  12. Das Unesco-Welt­erbe
  13. Orga­ni­sa­ti­ons­mo­dell und Pla­nungs­pro­zess
  14. Par­ti­zi­pa­ti­on
  15. Pla­nungs­grund­la­gen
  16. Ziel- und Erfolgs­kri­te­ri­en
  17. Flä­chen­mel­dung und Ein­ord­nung
  18. Leit­li­ni­en
  19. Ver­bund­räu­me
  20. Auf dem Rhein
  21. Das gan­ze Tal bespie­len
  22. Kon­zept für die BUGA 2029
  23. Qua­li­fi­zie­rung und Aus­wahl von Schwer­punkt­stand­or­ten und ‑pro­jek­ten
  24. Stand­or­te im Nörd­li­chen Tal
  25. Stand­or­te im Zen­tra­len Tal
  26. Stand­or­te im Süd­li­chen Tal
  27. Mobi­li­täts­kon­zept
  28. Ver­an­stal­tungs­kon­zept
  29. Tou­ris­ti­sche Infra­struk­tur
  30. Wei­te­re Pro­jekt­ide­en
  31. Was bleibt?

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